Erstellt am 31. Januar 2017, 02:50

von Walter Fahrnberger

Das Bundesheer als Jobmotor. 2.000 neue Bedienstete braucht das Heer in NÖ bis 2020. 500 davon schon heuer.

Das Bundesheer braucht dringend Verstärkung, auch beim Pionierbataillon 3 in der Melker Birago-Kaserne. Dort wird nach über zehn Jahren Verhandlungen endlich ausgebaut – Spatenstich ist diese Woche.  |  Bundesheer

2017 ist für das Bundesheer das Jahr der Personalwerbung. Das hat der niederösterreichische Militärkommandant Martin Jawurek beim Neujahrsempfang des Militärkommandos verdeutlicht. Und die Zahlen sprechen für sich.

Bis zum Jahr 2020 werden im größten Bundesland beim Heer 2.000 neue Bedienstete gesucht. Österreichweit sind es 9.800. Die Weichenstellung für die Personalrekrutierung erfolgt heuer. Eine enge Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) wird dabei helfen. Jährlich sollen 500 neue Bedienstete aufgenommen werden. Entsprechenden Zuwachs soll es in allen 18 NÖ-Kasernenstandorten geben.

Grund für die Personaloffensive beim Bundesheer ist vor allem die Veränderung der geo- und sicherheitspolitischen Lage in Europa im Zuge der Flüchtlingskrise. Mit dem Amtsantritt von Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat seit dem Vorjahr ein Umdenkprozess stattgefunden. Der Sparkurs beim Bundesheer wurde beendet.

Für NÖ Militärkommandant Martin Jawurek steht 2017 die Personalsuche im Mittelpunkt.  |  Bundesheer

Vor allem die rasch verfügbaren Einheiten müssen aufgestockt werden, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Dieser Personalstand soll von aktuell 2.200 Mann/Frau Stärke auf 6.000 anwachsen. Jene 3.800 neuen Arbeitskräfte werden zusätzlich gebraucht. Die weiteren 6.000 Berufssoldaten auf die insgesamt 9.800 sind vor allem für Nachbesetzungen aufgrund der bevorstehenden Pensionierungswellen notwendig. Die dafür nötige Ausbildung zum Unteroffizier dauert zwei Jahre.

Rekrutiert wird das Personal in erster Linie aus den Grundwehrdienern. Aber auch da ist die Anzahl in den letzten Jahren aufgrund der Imageprobleme beim Heer stark zurückgegangen. „Es gehen uns die Soldaten aus“, sagt NÖ Militärkommandant Jawurek. „Von den rund 10.000 Stellungspflichtigen sind 2.000 untauglich.“ Vom Rest ist der Anteil an Zivildienern zuletzt von 30 Prozent im Jahr 2010 auf 43 Prozent im Jahr 2015 angestiegen. Erst 2016 ist es gelungen, diesen Trend zu stoppen. „Jeder junge Mann, der nicht den Grundwehrdienst leistet, muss das Gefühl haben, er hätte etwas versäumt“, hofft Jawurek. Aber nicht nur Männer sollen angesprochen werden. Auch der Frauenanteil beim Heer soll langfristig von aktuell vier Prozent auf zehn Prozent erhöht werden.

Den Berufssoldaten und Soldatinnen winkt ein Einstiegsgehalt ab 1.900 Euro brutto. Neben der österreichischen Staatsbürgerschaft ist ein bestandener Aufnahmetest und entsprechende Fitness Voraussetzung für einen Job beim Heer.