Erstellt am 05. Juli 2016, 08:09

Toleranzgrenze bei Tempoüberschreitung sinnvoll?. Wie denkt ihr darüber? Stimmt ab!

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Gerald Kumnig, Generalsekretär ARBÖ  |  NOEN, zVg

PRO: Gerald Kumnig, Generalsekretär ARBÖ

Kontrolle ja, Abzocke nein! Geschwindigkeitsübertretungen sind an neuralgischen Punkten wie Kindergärten nicht zu akzeptieren. Viele niederösterreichischen Gemeinden haben diesbezüglich vorbildliche Verkehrsmaßnahmen getroffen, um die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Auch die Polizei ist gefragt, die Einhaltung der Tempolimits strikt zu kontrollieren. Andernorts sind geringe Straftoleranzgrenzen aber sinnvoll, etwa dann, wenn sich Autofahrer bei Überlandfahrten auf das Verkehrsgeschehen und nicht nur auf den Tacho konzentrieren sollen.

Durch Strafen, die jede geringste Geschwindigkeitsübertretung ahnden, werden zwar Bußgelder einkassiert, die Verkehrssicherheit wird dadurch aber nicht erhöht.

 

Markus Gansterer, Verkehrsclub Österreich  |  NOEN, VCÖ

KONTRA: Markus Gansterer, Verkehrsclub Österreich

Zu hohes Tempo ist Ursache für jeden vierten tödlichen Unfall. Schnellfahren ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Daher müssen großzügige Toleranzgrenzen bei Tempolimits abgeschafft werden. Je nach Bundesland sind diese verschieden. In der Steiermark etwa wird nur eine Messgerät-Toleranz von 5 km/h akzeptiert. Andere Bundesländer schlagen zusätzlich dazu noch eine Straftoleranz von 10 km/h drauf, bei Tempolimit 50 wird dann erst ab 66 km/h gestraft.

Der Anhalteweg bei 50 km/h beträgt auf trockener Fahrbahn 22 Meter, bei 65 km/h hat der Pkw nach 22 Metern aber ein Tempo von 49 km/h. Wird ein Fußgänger angefahren, kann das letztendlich tödlich sein. Wenn Menschenleben in Gefahr sind, ist Toleranz fehl am Platz.

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