Erstellt am 11. Oktober 2016, 06:14

Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden anheben?. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit und stimmt ab!

 |  NOEN, Billion Photos/Shutterstock.com

Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ  |  NOEN, Andi Bruckner

PRO:
Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ

Die Industrie befürwortet ein Gleitzeitmodell von bis zu zwölf Stunden unter Einhaltung der Höchstarbeitszeit von 50 Stunden pro Woche. Davon würden auch die Beschäftigten profitieren. Wir wissen aus einer Umfrage, dass zwei von drei Beschäftigten mehr Freizeit am Stück begrüßen würden.

Und die Betriebe könnten flexibler auf Auftragsschwankungen und kurzfristige Kundenwünsche reagieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss Österreich die Chancen nutzen, die die EU-Arbeitszeitrichtlinie bietet – zum Beispiel Mindestruhezeiten statt Höchstarbeitszeiten, wie es etwa bereits in Schweden der Fall ist.

Wenn wir so unflexibel bleiben wie jetzt, schadet das dem Standort und in weiterer Folge allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

 

Markus Wieser, Arbeiterkammer-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender  |  AKNÖ/Vyhnalek

KONTRA:
Markus Wieser, Arbeiterkammer-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender

Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in unserem Land sind bereits flexibel genug. Viele Kollektivverträge bieten schon umfassende Spielräume, um längere Arbeitszeiten zu ermöglichen. Das wird von einigen Unternehmern mitunter wissentlich ignoriert.

Wenn nun Arbeitgeber-Vertreter lauthals nach Verlängerung der Normalarbeitszeit schreien, dann soll damit offenbar nur eines bezweckt werden: Abschaffung von Überstundenzuschlägen, was erhebliche Lohnkürzungen zur Folge hätte. Wir sind auch in Zukunft jederzeit gesprächsbereit, wenn es um Arbeitsplätze und Ausbau des Wirtschaftsstandortes in NÖ geht. Nur eines ist klar: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße.

Die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen müssen in gleicher Weise davon profitieren.

Aktuelle Umfrage

  • Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden anheben?