Erstellt am 07. Januar 2016, 12:15

Raiffeisen dementiert neue NÖM-Verkaufsgerüchte. Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien hat erneute Verkaufsgerüchte für ihre Molkerei-Tochter NÖM als unbegründet zurückgewiesen.

Vor allem bei Aktionen wurden die Preise zwischen NÖM und Händlern abgestimmt.  |  NOEN, APA/Fohringer

Aktuell werde nicht an einen Verkauf gedacht, hieß es von Raiffeisen am Donnerstag auf Anfrage. Es handle sich um eine langjährige Zeitungsente.

Die "Oberösterreichischen Nachrichten" (Donnerstagsausgabe) berichteten über die Gerüchte, wonach die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien ihre NÖM-Beteiligung (75 Prozent) an einen ausländischen Molkereiriesen verkaufen möchte, um die von den neuen EU-Regeln geforderte Kapitalkraft der Bankengruppe zu stärken. Die deutsche Müller-Milch sowie der französisch-italienische Lactalis/Parmalat-Konzern sollen Interesse an der NÖM angemeldet haben, schrieb die "Wiener Zeitung" bereits im vergangenen September.

Laut dem Geschäftsführer der Milchgenossenschaft MGN, Leopold Gruber-Doberer, sind NÖM-Verkaufspläne kein Thema. Die MGN mit 3.200 Milchbauern hat kürzlich ihren Anteil an der NÖM um knapp 5 Prozent auf 25 Prozent erhöht, ohne aber eine Sperrminorität zu halten. "Die Gerüchte um einen Verkauf ans Ausland sind erstens völliger Blödsinn", sagte Gruber-Doberer den "Oberösterreichischen Nachrichten". Sie würden für die Kapitalausstattung für Raiffeisen auch keinen Sinn machen, weil die Beteiligung zum aktuellen Wert in den Büchern stehe.

Milchgenossenschaft MGN plädiert für "große österreichische Milchlösung"

Gruber-Doberer plädiert vielmehr für eine "große österreichische Milchlösung". "Wenn wir auf der einen Seite drei Handelsketten mit zusammen 85 Prozent Marktanteil haben und auf der anderen zehn Molkereien, dann macht es wenig Sinn, sich immer nur zu beschweren", sagte der MGN-Geschäftsführer. Gebot der Stunde sei, einen Milchkonzern in Österreich zu schaffen, der Billa, Spar und Hofer die Stirn bieten könne.

Die niederösterreichische NÖM ist mit einem Umsatz von zuletzt 339 Mio. Euro nach Berglandmilch/Tirol Milch mit 905 Mio. Euro die zweitgrößte Molkerei Österreichs, gefolgt von Gmundner Molkerei Genossenschaft mit 200 Mio. Euro und SalzburgMilch mit 182 Mio. Euro.