Erstellt am 28. April 2016, 13:16

von Heinz Bidner

Raiffeisen kehrt in Gewinnzone zurück. Der Beteiligungskonzern Raiffeisen NÖ-Wien schreibt wieder schwarze Zahlen. Ob eine Bankomatgebühr kommt, ist noch nicht klar.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Die Raiffeisen Holding NÖ-Wien, die rund 500 Beteiligungen bündelt, konnte im Vorjahr wieder einen Gewinn ausweisen. Das Konzernjahresergebnis nach Steuern lag bei 72,5 Millionen Euro  - nach einem Verlust von 322,6 Millionen Euro im Jahr davor. Das gab Generaldirektor Klaus Buchleitner bei der Bilanzpräsentation diesen Donnerstag bekannt.

Auch bei der wichtigsten Beteiligung, der Raiffeisen Landesbank (RLB) NÖ-Wien, gab es mit einem Konzerngewinn von 65,4 Millionen Euro wieder eine schwarze Zahl. In beiden Fällen waren die Zahlen durch Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen von insgesamt rund 200 Millionen Euro geprägt – vor allem durch die Abwertung von Anteilen an der Raiffeisen Zentralbank (RZB).
 
Durchwegs erfolgreich unterwegs waren die Eigentümer der Holding und der RLB, die 64 eigenständigen Raiffeisenbanken in NÖ. Insgesamt kletterte ihr Gewinn (EGT) um 39,5 Prozent auf 159 Millionen Euro.

„Wir diskutieren Gebührenmodelle nicht öffentlich“

Ob Raiffeisen in NÖ und Wien Bankomatgebühren einführen könnte, wie in der Bankenbranche derzeit heftig diskutiert wird, will man nicht ausschließen, aber auch nicht kommentieren. „Wir diskutieren Gebührenmodelle nicht öffentlich“, sagt RLB-Vizechef Georg Kraft-Kinz: „Wenn wir sie verändern, werden wir sie mitteilen und nicht ankündigen.“
 
Auf den Vorstoß von Sozialminister Alois Stöger (SP), Bankomatgebühren in Österreich notfalls gesetzlich zu verbieten, reagiert Klaus Buchleitner, der auch General der RLB ist, „überrascht“: Es sei rechtlich interessant, wenn die Politik in den freien Wettbewerb eingreifen wolle.