Erstellt am 03. Mai 2016, 07:54

von Heinz Bidner

„Die Margen sind rasiermesserdünn“. Der Beteiligungskonzern kehrte im Vorjahr in die Gewinnzone zurück. Ob Bankomatgebühr kommt, ist offen.

»2015 war operativ ein gutes Jahr«, sagt Raiffeisen-Boss Buchleitner.  |  NOEN, Raiffeisen Holding NÖ-Wien

Während schon einige Raiffeisenbanken in Österreich Bankomatgebühren verrechnen, ist das in NÖ und Wien nicht der Fall. Ob das kommen wird, ist vorerst offen.

„Wir diskutieren Gebührenmodelle nicht öffentlich“, sagt Georg Kraft-Kinz, Vize-General der Raiffeisen Landesbank (RLB) NÖ-Wien, zur laufenden Debatte in der Branche: „Wenn wir sie verändern, werden wir sie mitteilen und nicht ankündigen.“

Auf den Vorstoß von Sozialminister Alois Stöger (SP), Bankomatgebühren in Österreich notfalls gesetzlich zu verbieten, reagiert Klaus Buchleitner, Chef der RLB und der Raiffeisen Holding NÖ-Wien, „überrascht“: Es sei rechtlich interessant, wenn die Politik in den freien Wettbewerb eingreifen wolle.

Banken suchen alternative Einnahmequellen

Der Hintergrund: Die Banken kämpfen mit ihren Kosten. Digitalisierung, kostspielige Reglementierungen und die Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank lassen die Institute über alternative Einnahmequellen nachdenken.

„Die Margen sind teilweise nur mehr rasiermesserdünn“, fasst Buchleitner die bisherigen Entwicklungen zusammen, die sich heuer fortsetzen dürften. Dennoch konnte die Raiffeisen Holding NÖ-Wien, die rund 500 Beteiligungen bündelt, 2015 wieder einen Gewinn ausweisen. Das Konzernjahresergebnis nach Steuern lag bei 72,5 Millionen Euro - nach einem Verlust von 322,6 Millionen Euro im Jahr davor. Auch bei der wichtigsten Beteiligung, der RLB, gab es mit einem Konzerngewinn von 65,4 Millionen Euro wieder eine schwarze Zahl.

Zahl der Bankstellen schrumpfte

Durchwegs erfolgreich unterwegs waren die Eigentümer der Holding und der RLB, die 64 eigenständigen Raiffeisenbanken in NÖ. Insgesamt kletterte ihr Gewinn (EGT) um 39,5 Prozent auf 159 Millionen Euro. Im Vorjahr gab es nur eine Fusion: St. Georgen am Ybbsfeld kam zur Raiffeisenbank Region Amstetten. Die Zahl der Bankstellen schrumpfte von 520 auf 490. Die Mitarbeiterzahl ging im Jahresschnitt um 1,9 Prozent auf 3.103 zurück.