Erstellt am 04. April 2017, 02:12

von Anita Kiefer

Neue EU-Datenschutzgrundverordnung ab Ende Mai 2018. Neue Verordnung tritt Ende Mai 2018 in Kraft. Verbraucher werden so besser geschützt.

Die EU-Datenschutzverordnung bringt Konsumentenschutz und harte Strafen für Unternehmen bei Verstößen.  |  Den Rise/Shutterstock.com

Eines ist fix: Unternehmen in Europa sind gut beraten, sich jetzt schon intensiv mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) auseinanderzusetzen. Denn die tritt am 25. Mai 2018 in Kraft – und bringt sowohl große Veränderungen als auch harte Strafen bei Nichteinhaltung mit sich.

Wichtig dabei ist: Es gibt eine Harmonisierung innerhalb der EU, was Datenschutz angeht. Bisher gibt es unterschiedliche nationale Bestimmungen.

Datenlöschung ohne Begründung kommt

„Die Vorteile sind: Die Harmonisierung, eine klare Regelung und eine Stärkung der Verbraucherrechte. Jeder hat das Recht auf Datenlöschung“, erklärt Anton Jenzer, Präsident des Dialog Marketing Verbands Österreich (DMVÖ) und Geschäftsführer von VSG Direktwerbung mit Sitz in Brunn am Gebirge. Das heißt: „Es gibt ein Recht auf Vergessen ohne Begründung!“ Außerdem hat der Kunde auch ein Auskunftsrecht darüber, welche Daten von ihm gespeichert werden und woher diese stammen.

Unternehmen müssen intern außerdem genau dokumentieren, wie sie mit Daten umgehen. Und: Für personalisierte Werbung bei digitalen Medien braucht es die unmissverständliche Zustimmung des Konsumenten. „In der Verordnung ist klar geregelt, welche Daten für Marketing verwendet werden dürfen.“ Betroffen sind übrigens alle Unternehmen, die mit EU-Bürgern Kontakt haben – unabhängig von Größe und Branche. Die Höchststrafe bei Verstößen liegt bei vier Prozent des weltweiten Umsatzes oder 20 Millionen Euro.

In Arbeit ist außerdem die E-Privacy-Verordnung. Diese soll zeitgleich mit der EU-DSGVO in Kraft treten und sieht etwa strengere Regelungen bei der Verwendung von Cookies vor.

Österreich arbeitet aktuell am nationalen Begleitgesetz, in dem die EU-DSGVO in das nationale Recht aufgenommen wird.

Was Jenzer kritisiert: „Aktuell gibt es 69 Öffnungsklauseln, über deren Inhalt noch Unklarheit besteht. Wir als Verband fordern die zuständigen staatlichen Stellen auf, Einsichtnahme zu gewähren.“