Erstellt am 09. August 2016, 08:01

von Anita Kiefer

Was passiert mit alten Geräten?. UFH RE-cycling und Müller-Gutenbrunn Gruppe haben sich auf Recycling von Kühl- bzw. Elektrogeräten spezialisiert.

UFH RE-cycling-Betriebsleiter Gerhard Ungerböck vor einem Haufen Eisen-Schredder, der in Kematen an der Ybbs von UFH RE-cycling aus alten Kühlgeräten gewonnen wird.  |  NOEN, Anita Kiefer

„Es ist wichtig, Müll zu trennen und Elektrogeräte richtig zu entsorgen.“ Elisabeth Giehser ist Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle und darum bemüht, Konsumenten für richtige Entsorgung von Elektroaltgeräten zu sensibilisieren. Denn ohne richtige Entsorgung kein Material für Elektrogeräterecyclingbetriebe.

Auch in NÖ sind Leitbetriebe der österreichischen Recyclingbranche angesiedelt. Ein Beispiel ist die UFH RE-cycling GmbH. In der Recyclinganlage in Kematen an der Ybbs (Bezirk Amstetten) hat man sich auf das Recycling von Kühlgeräten spezialisiert. Die Anlage ist ein Joint Venture, also eine gemeinsame Unternehmung, der Unternehmen Remondis aus Deutschland und UFH (mit Sitz in Wien). Durchschnittlich 20 Jahre ist ein Kühlschrank alt, wenn er hier angeliefert wird. Bis zu 1.000 Kühlgeräte werden hier pro Tag durchschnittlich angeliefert und im 3-Schicht-Betrieb entsprechend verwertet.

In Kematen werden aus alten Kühlgeräten unter anderem Rohstoffe wie Eisen oder Aluminium gewonnen.  |  NOEN, Anita Kiefer

Seit 2009 waren es rund 1,7 Millionen Stück. „Wir sind hier reiner Behandler“, erklärt Gerhard Ungerböck, Betriebsleiter in Kematen. Pro Tag werden so bis zu 400 Kilogramm FCKW sowie andere Kühl- und Treibmittel rückgewonnen und entsorgt. Damit sorgt UFH Kematen laut eigenen Angaben dafür, dass jährlich rund 900.000 Tonnen CO eingespart werden. Gewonnen werden aus alten Kühlgeräten neben etwa Glas und Kabeln unter anderem wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Aluminium, Kupfer und Kunststoff. Die Kühlgeräte-Recyclinganlage in Kematen gibt es seit 2009.

90.000 Tonnen Elektromüll im Jahr

Die Müller-Guttenbrunn-Gruppe mit Sitz in Amstetten hat sich auf die Aufbereitung von Elektro-Altgeräten spezialisiert. Hier werden in einer modernen Schredderanlage durch verschiedene Hilfsmittel wie Magneten oder Luftstöße die verschiedenen Bestandteile von Elektroaltgeräten voneinander getrennt.

Gunther Panowitz (Geschäftsführer Metran Rohstoff-Aufbereitungs GmbH) und Chris Skijhuis, Abteilungsleiter Elektromüll bei Müller-Guttenbrunn, zeigen, was aus Elektroaltgeräten gewonnen werden kann.  |  NOEN, Anita Kiefer

Zwei Unternehmen der Gruppe, die Metran Rohstoff-Aufbereitungs GmbH und MBA Polymers, sind ebenfalls in Kematen an der Ybbs beheimatet. Die Müller-Guttenbrunn-Gruppe kann vom Recycling bis zur Herstellung von recycletem Kunststoff mehrere Schritte abdecken. „Wir haben pro Jahr einen Eingang an Elektroschrott von 90.000 Tonnen“, erzählt Chris Slijkhuis, Abteilungsleiter Elektromüll bei Müller-Guttenbrunn. Es gebe eine Gesamt-Verwertungsquote von über 95 Prozent der Materialien. „Das heißt, dass nur vier bis fünf Prozent Abfall sind“, weiß Skijhuis.

Mit der MBA Polymers Austria betreibt Müller-Guttenbrunn eine Kunststoffrecyclinganlage zur Rückgewinnung von verschiedenen Kunststofftypen. „Raus kommt wieder Kunststoff, der für Elektro-Neugeräte verwendet wird“, erklärt Skijhuis. Konkret sind das die Kunststoffe Polypropylen und ABS.