Erstellt am 18. Mai 2017, 09:22

von NÖN Redaktion

Bierige Geschwindigkeit. Wenn der Durst groß ist, muss es bei Festen schnell gehen. Die Firma Beerjet GmbH hat die Lösung, damit in sieben Sekunden sechs Bier gezapft werden können.

Beerjet GmbH

Zwei Männer stehen vor einem Problem: Sie sind Gastronomen auf der Wiener Wiesn und am Abend sind der Durst und somit der Ansturm auf das Bier besonders groß. „Die Herausforderung war, tausende Leute so rasch wie möglich mit Bier zu versorgen“, sagt Ernst Koller, Geschäftsführer der Firma Beerjet GmbH, dazu.

Ab diesem Zeitpunkt hat er sich mit der bierigen Problemlösung beschäftigt. „Ich habe nach einer Zapfanlage gesucht, die so etwas kann, und bin auf einen Bastler in Deutschland gestoßen“, erzählt Koller. Diese Maschine habe aber nur teilweise funktioniert. „Ich habe dann aus diesem Prototypen eine Anlage entwickelt“, so Koller, der in der Firma für Forschung und Entwicklung zuständig ist. Die Beerjet GmbH wurde schließlich 2013 gegründet. Die Anlage kann innerhalb von nur sieben Sekunden sechs halbe Bier zapfen. Wenn die Schankorganisation ideal ist, können das 1.000 Liter Bier in der Stunde sein. So werden die Gäste auf der Wiener Wiesn inzwischen rascher versorgt. Und: Die beiden Gastronomen sind mittlerweile Mitgesellschafter der Firma ...

Maschine simuliert das Kippen beim Zapfen

Die Gründe, warum die Maschine so schnell funktioniert, sind vielfältig. „Wir simulieren beim Zapfen das Becherschräghalten, sodass das Bier sanft einfließt“, erklärt Koller. Die Kippeinrichtung ist nämlich ein wesentlicher Punkt, warum es so schnell geht. Außerdem wird die Zapfgeschwindigkeit geregelt. Falls im Gerät selber Schaum entsteht, wird dieser abgesondert und es gibt einen Druckausgleich. Dieser Druckausgleichsbehälter sei wichtig, damit der Beerjet so flott Bier zapft, sagt der Geschäftsführer.

Andere Dinge, die mindestens genauso wichtig sind, kamen erst später dazu. Neben der Mengengenauigkeit sei das die Hygienethematik. In der Maschine laufen nämlich automatische Reinigungsprogramme. Heißt: Das Innere wird automatisch mit CIP-Reinigung (clean-in-place) sauber gehalten. „Diese automatische Reinigung führt auch dazu, dass mehr gereinigt wird. Die Maschine ist so immer in sauberem Zustand und protokolliert sogar mit“, so Koller.

Die Kunden sind auf der ganzen Welt verteilt. Auch in Mexiko und Kanada kommt der Beerjet zum Einsatz. Es sind hauptsächlich Stadion- oder Cateringbetreiber, Eventveranstalter oder Gastronomieverantwortliche bei großen Events. Jemand, der das Gerät nur einmal im Jahr braucht, kriegt eine Schulung oder einen Betreuer zur Verfügung gestellt.

Den Vorwurf, dass durch die Maschine Menschen Arbeit verlieren würden, lässt Koller nicht gelten. „Bei gleichem Personal erhöhen wir den Bierausstoß. Dadurch, dass wir so schnell Getränke produzieren, brauchen wir viel mehr Menschen an der Kassa und in der Logistik“, so Koller. Neue Produktideen gäbe es außerdem ständig und einige sind auch schon in der Produktion. „Die werden dann im September präsentiert“, verrät Geschäftsführer Ernst Koller.