Erstellt am 23. August 2016, 06:13

von Anita Kiefer

Verschiebung bei den Reisezielen. Ägypten und die Türkei keine beliebten Reiseziele mehr. Spanien bei Niederösterreichern am höchsten im Kurs.

 |  NOEN, bilderbox-bildagentur.at

Die Krisen um Europa haben in vielerlei Hinsicht Spuren hinterlassen. Auch im Reiseverhalten der Österreicher. „Es kam zu massiven, noch nie dagewesenen Reisestromverschiebungen weg vom östlichen Richtung westliches Mittelmeer“, weiß Helga Freund, Vorstandsdirektorin der Verkehrsbüro Group.

Die politische Lage in einigen einst beliebten Urlaubsdestinationen der Österreicher macht sich in den Buchungszahlen für den Sommerurlaub bemerkbar: Die Buchungen bei der Verkehrsbüro Group sind bundesweit für Ägypten um 62,3 Prozent zurückgegangen, für die Türkei um 58,1 Prozent. Für NÖ ergibt sich ein ähnliches Bild – Ägypten-Urlaube gingen nach deutlichen Rückgängen bereits im Vorjahr um 63,3 Prozent zurück, jene in die Türkei um 56,3 Prozent. „Dafür kam es zu starken Buchungszuwächsen vor allem in Spanien, Kroatien, Portugal und Österreich“, sagt Freund. „Auch der hohe Norden profitierte vom Ausfall der Türkei: Ostsee und Nordsee in Deutschland werden immer beliebter bei den Österreichern.“

Spanien ist sowohl bundesweit als auch in NÖ Top-Reiseziel. Das Land wächst „auf hohem Niveau mit 7,2 Prozent Umsatzplus“. Das Land hält 16,9 Prozent Anteil am Sommerumsatz der Verkehrsbüro Group.

Griechenland hinter Spanien

In dieser Statistik liegt auf Platz zwei Griechenland, gefolgt von Italien und den USA. Bis auf die letzten drei Destinationen in den Top 10 der beliebtesten Sommerreiseziele sind die Destinationen für ganz Österreich und NÖ gleich. Während die Österreicher auf den Plätzen acht bis zehn Portugal, Großbritannien und Frankreich buchen, wollten die Niederösterreicher in diesem Sommer nach Zypern, Portugal und Bulgarien.

Auch Österreich profitiere stark von den Krisen um Europa – es gibt um 7,8 Prozent mehr Buchungen als im Sommer 2015. „Mehr Gäste denn je verbringen den Sommerurlaub 2016 in Österreich“, so Freund.

Was die Gäste angeht, so haben Österreicher, die in Österreich urlauben, einen Umsatzanteil von 39,3 Prozent. Knapp danach kommen die deutschen Gäste (37,3 Prozent) sowie Schweizer (6,4 Prozent), Niederländer (5,3 Prozent) und Briten (2,7 Prozent).

Foto: Vixit/shutterstock; NÖN-Grafik: Bischof

Diese Entwicklungen im Ausland werden sich über kurz oder lang auch auf die Preise in den Destinationen auswirken. Während die Türkei-Preise laut Helga Freund bereits um 30 bis 50 Prozent gesunken sind, werden Spanien und Kroatien teurer werden. Hier sei jedenfalls zu erwarten, dass „die Preise am stärksten steigen. Derzeit ist es noch zu früh, genaue Zahlen zu sagen, jedenfalls wird es im einstelligen Prozentbereich sein“.

Die Anschläge in Thailand machen sich in der Sommerstatistik übrigens noch nicht sehr bemerkbar –  die Österreicher reisen eher im Herbst, Winter und Frühjahr nach Thailand.