Erstellt am 21. Mai 2017, 15:02

Wasser: Kraft mit Tradition. Seit vielen Jahrzehnten dient die Wasserkraft als saubere und emissionsfreie Form der Stromerzeugung. Die NÖ-Wasserkraftwerke liefern zwei Drittel des Strombedarfs.

Das Kraftwerk Ybbs-Persenbeug in Niederösterreich war Österreichs erstes Kraftwerk an der Donau.    |  VERBUND

Niederösterreich ist das flächenmäßig größte Bundesland Österreichs. Niederösterreich gilt auch als „Energiereservoir“ Österreichs, da es beinahe ein Drittel des in Österreich benötigten Stroms erzeugt. Und Niederösterreich ist auch Vorreiter in Sachen Wasserkraftnutzug. Kein anderes Bundesland verfügt über ein so großes Wasserreservoir, das außerdem auch hinsichtlich Ökostromerzeugung genutzt wird. Bereits 1989 ging das erste Drehstromkraftwerk der Monarchie am Kamp in Zwettl in Betrieb.
Das Prinzip von Wasserkraftwerken: Eine Staumauer hält Wasser eines Fließgewässers zurück. Das aufgestaute Wasser wird im Anschluss über eine Turbine geleitet, und ein damit verbundener Generator wandelt die Drehung der Turbine in wertvollen Strom um. Da sich das Wasserreservoir immer wieder regeneriert, wird die Wasserkraft als erneuerbare Energie bezeichnet.

Unterschieden wird zwischen Laufkraftwerken, die die Kraft des fließenden Wassers in elektrische Energie umwandeln, und Speicherkraftwerken, von denen eine Vielzahl in den westlichen Alpenregionen erbaut wurden. Deren Leistung wird vom Höhenunterschied zwischen Stausee und Krafthaus sowie vom Turbinendurchfluss bestimmt.

Grundsätzlich kann zwischen Groß- und Kleinwasserkraftwerken in NÖ unterschieden werden. Vier der elf österreichischen Donaukraftwerke liegen in NÖ: Ybbs, Melk, Altenwörth und Greifenstein. Das Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen liegt an der Grenze zu Oberösterreich. Das leistungsstärkste Donaukraftwerk Österreichs ist das Kraftwerk Altenwörth.

Aufgrund der vielen niederösterreichischen Fließgewässer finden sich hier für Kleinwasserkraftwerke gute Voraussetzungen, weshalb in NÖ die Nutzung von Kleinwasserkraft bereits eine lange Tradition hat. Die Größe der meisten Fließgewässer – mit Ausnahme der Donau und des Kamp-Oberlaufs – ermöglicht praktisch nur die Errichtung von Kleinwasserkraftwerken.

Doch nicht nur der ökologische Nutzen von Wasserkraft ist groß, sondern auch die Wirtschaft profitiert von den Vorteilen der Wasserkraft, indem sie für hohe inländische Wertschöpfungseffekte mit positiven Auswirkungen auf die regionale Beschäftigung, wie beispielsweise beim Turbinenbau oder der Bauwirtschaft, sorgt. Zusätzlich sind viele Kleinwasserkraftwerke auch beliebte Ausflugsziele und somit auch Tourismusmotor.