Erstellt am 02. August 2016, 08:09

von Martin Gebhart

Auf dem Weg zum Nächtigungsrekord. Mit Qualität und neuen Produkten wie Kultur und Gärten will NÖ im Jahr 2020 die 7,2-Millionen-Marke überspringen.

Als besonderes Urlaubsprodukt wird der NÖ Bergsommer – im Bild die Gutensteiner Alpen – angeboten.  |  NÖN, NÖ Werbung/Michael Liebert

Das vorläufige Halbjahresergebnis unterlegt es: NÖ ist mit seiner Tourismusstrategie auf Plan. Im Jahr 2020 soll die Marke von 7,2 Millionen Nächtigungen überschritten werden. Nach den ersten sechs Monaten liegt man gegenüber dem Halbjahr 2015 bereits voran. Ende des Vorjahres waren 6,8 Millionen Nächtigungen in NÖ verzeichnet worden.

Dabei war NÖ nie ein wirklich klassisches Tourismusland. Wie man dennoch punkten konnte? Petra Bohuslav, VP-Tourismuslandesrätin: „Niederösterreich war immer ein klassisches Ausflugsland. Wir haben die NÖ-Card immer mehr von einem Ausflugs- zu einem Nächtigungsins-trument entwickelt.“ Mit der Folge, dass Gäste über Nacht bleiben, weil sie in den Regionen gleich mehrere Ausflugsziele mit der NÖ-Card besuchen wollen. Deswegen ist Bohuslav auch zuversichtlich, dass das Strategieziel geschafft wird: „Bis 2020 tut sich da noch einiges. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass wir es schaffen werden.“

NÖN, Erich Marschik

Eine Schraube, an der gedreht wurde, ist sicherlich die Qualität im Tourismusbereich. Ein Schlüssel dazu waren die Landesausstellungen. Bohuslav: „Wir haben immer mit den jeweiligen Landesausstellungsorten zusammengearbeitet, indem wir das für Qualitätsinitiativen genutzt haben.“ Touristischer Partner der Landesausstellung konnte und kann man nur werden, wenn bestimmte Qualitätskriterien passen.


Der Erfolgsschlüssel ist die „Qualität“

Das Konzept wurde auch auf das restliche Land ausgerollt, etwa durch die Initiative „Top-Ausflugsziele“. Bohuslav: „Wir verschreiben uns der Qualität, der regionalen Produkte, der Originalität.“ Es gehe ihr darum, NÖ als „Land der Genießer“ zu positionieren. Aus diesem Ansatz hat man touristische Cluster entwickelt: Radtourismus, den Bergsommer, den Kulturtourismus, die Gärten, Kulinarik, Wein etc.

„Wir müssen uns schon anschauen, in welche Region passen zu welchem Thema noch mehr Betten.“

Landesrätin Petra Bohuslav über Ausbau im Tourismus

Bohuslav: „Es geht uns auch darum, die Stärken Niederösterreichs herauszuarbeiten.“ Am meisten genutzt wird das Angebot von den deutschen Gästen. Dort wurde auch gezielt geworben. Immer mehr Gäste kommen auch aus den Staaten Zentral- und Mitteleuropas. Die Wachau wiederum konnte auch am Schweizer Markt verankert werden. Bohuslav: „Wir versuchen gerade, den Schweizer Markt gezielt dafür zu bearbeiten.“ Für den Raum Baden besteht auch im italienischen Raum stärkeres Interesse.

Damit die 7,2-Millionen-Marke übersprungen werden kann, braucht es auch mehr Betten. Im Raum Baden und Wieselburg tut sich da momentan einiges. Wobei der Ausbau nicht um jeden Preis erfolgt. Bohuslav: „Wir müssen uns schon anschauen, in welche Region passen zu welchem Thema noch mehr Betten.“ Und natürlich auch die entsprechenden Investoren finden.

Zum Thema

  • Halbjahr 2016: Aktuelle Hochrechnung der Statistik Austria zeigt, dass der NÖ-Tourismus von Jänner bis Juni ein leichtes Nächtigungsplus von 0,7 Prozent hat. Und das, obwohl es im Juni ein Minus von 5 Prozent (österreichweit 5,8 Prozent) gegeben hat. Mit rund 3,1 Millionen Nächtigungen ist es dennoch das vorläufig beste Halbjahresergebnis. Landesrätin Petra Bohuslav rechnet damit, dass dieses leichte Plus im zweiten Halbjahr noch ausgebaut werden wird.
  • Bilanz 2016: Ende 2016 konnten in NÖ 6.803.964 Nächtigungen verzeichnet werden. 4,6 Millionen Inländer, 2,2 Millionen Ausländer. Ein Jahr davor – Ende 2015 – waren es 6.723.131 Nächtigungen im Land.
  • NÖ-Card: Mit 165.000 verkaufen NÖ-Cards liegt man um 3.900 über dem Vorjahreswert.