Erstellt am 31. August 2016, 05:31

von Gina Christof

Zahlungsmoral ist vorbildlich. Die Österreicher bezahlen Forderungen pünktlich. Auch die öffentliche Hand zieht mit. 

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

„Im Großen und Ganzen sind die Österreicher vorbildliche Zahler“, fasst Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG, die Ergebnisse der aktuellen Studie zur Zahlungsmoral zusammen. Rund 2.000 Unternehmen nahmen diesbezüglich an einer Umfrage im Juni 2016 teil.

So zahlen 84 Prozent der Privatkunden innerhalb des Zahlungsziels. Bei den Firmenkunden sind es 76 Prozent. „Privatkunden bezahlen ihre Rechnungen im Schnitt innerhalb von 17 Tagen, Firmenkunden innerhalb von 29“, erklärt Johannes Eibl, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH. In NÖ brauchen Firmenkunden dabei im Schnitt einen Tag länger. 

„Besonders bei der öffentlichen Hand bemerken wir, dass drohende Konsequenzen die Zahlungsmoral beeinflussen“, erklärt Nejedlik. Durch das Bundesvergabegesetz, das 2013 nach EU-Richtlinien umgesetzt wurde und ein Zahlungsziel von 30 Tagen vorsieht, sehe man gerade hier Verbesserungen.

„Die Gemeinden heben sich dabei zu unserer Überraschung deutlich von Bund und Ländern ab“, meint Eibl. Die Länder zahlen so im Schnitt innerhalb von 37 Tagen, während die Gemeinden nur 32 brauchen. 

„Im Bundesländervergleich sehen wir bei den Gemeinden ein starkes West/Ost-Gefälle“, erklärt Eibl. NÖ liegt dabei mit 35 Tagen Zahlungsdauer gleichauf mit Oberösterreich an vorletzter Stelle vor Wien.