Erstellt am 11. Oktober 2016, 05:21

von Daniel Lohninger

Fusion geht ins Finale. Aus neun Banken wurde eine, Horn folgt im nächsten Jahr. Mit „Gewerbe-Milliarde“ soll der Neustart gelingen.

Der Fusions-Prozess der Volksbanken zwischen Linz und Wien ist fast abgeschlossen. „Wir haben alle Herausforderungen im Eiltempo gelöst“, freut sich Vorstandsvorsitzender Rainer Kuhnle.  |  NOEN, zVg

Der Zusammenschluss der Volksbanken St. Pölten und Krems-Zwettl stand am Anfang, zwei Jahre später ist die Fusion von zehn Volksbanken zur größten Regionalbank Niederösterreichs mit einer Bilanzsumme von 3,3 Milliarden Euro fast abgeschlossen. Nur mehr Horn, das 2017 folgen wird, fehlt.

„Der Volksbank-Verbund hat alle Herausforderungen im Eiltempo gelöst. Wir sind im Spiel“, freut sich Vorstandsdirektor Rainer Kuhnle. Sitz der neuen Volksbank Niederösterreich, deren Gebiet von Linz bis Wien reicht, ist St. Pölten, wo nunmehr 200 der insgesamt etwa 800 Mitarbeiter beschäftigt sind. Der Zentralisierung der Verwaltung werde aber keine Zentralisierung des Bankgeschäftes folgen, versichert Kuhnle: „Die Regionalität ist der Schlüssel zum Erfolg. Unsere Berater vor Ort kennen die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und Kunden.“

Neue Filialstruktur ab 2018

Deshalb seien parallel zum Aufbau der Zentrale in St. Pölten neun Regionaldirektionen mit weitreichenden Kompetenzen geschaffen worden. Dass dennoch nicht alle der derzeit 87 Filialen bleiben werden, sieht Kuhnle nicht als Widerspruch. Im Gegenteil: „Wir brauchen kompetente Filialen. Das setzt voraus, dass wir eine gewisse Mitarbeiterzahl an einem Standort nicht unterschreiten.“ Aber auch hier will man sich nicht allzu lange Zeit lassen: 2018 wird die neue Filialstruktur stehen.

Konzentrieren will sich die neue Volksbank Niederösterreich künftig nur mehr auf ihr Kerngeschäft – Einlagen, Kredite und Beratung. „Alle anderen Produkte kaufen wir von verlässlichen Partnern zu“, betont Kuhnle. Und um die neu gewonnene Stärke gleich zu demonstrieren, startet die Volksbank im November mit der Vergabe einer „Gewerbe-Milliarde“. Als von Handwerkern gegründete Bank wolle man so den Finanzbedarf der Wirtschaft stillen, kündigt Kuhnle an. Geld dafür habe die Volksbank jetzt, so Kuhnle: „Wir sind sehr liquide und verfügen über ausreichend Eigenkapital.“