Erstellt am 25. April 2017, 00:49

von Nina Wieneritsch

NÖM: Reinweiß ohne CO2. Die NÖM erwärmt nur noch ihre Milch – nicht mehr das Erdklima. NÖs größte Molkerei arbeitet jetzt nämlich CO2 -neutral.

Der NÖM-Vorstand berichtete von einem „Meilenstein“: Alfred Berger (Marketing-Vorstand; v. l.), Josef Simon (Produktions-Vorstand) und Gerhard Bartak (Projekt-Manager für Energie).  |  OMV/Alexander Felten

Noch weißer als die Milch, die sie verarbeitet, ist die Weste der NÖM: NÖs größte Molkerei arbeitet ab jetzt nämlich CO2-neutral und nimmt damit österreichweit eine Vorreiterrolle ein. Von einem „großen Meilenstein“ sprachen deshalb die Vorstände Alfred Berger und Josef Simon vor Journalisten. Und diesen ließ sich die NÖM einiges kosten: 15 Mio. Euro nahm das Unternehmen in den vergangenen neun Jahren in die Hand. So wurde zuletzt vor allem in den nun einzigen Standort in Baden investiert.

Erst kürzlich hatte man drei Lager aus dem Wiener Umland dorthin verlegt. Der Strom für die Produktion stammt zu 100 Prozent aus österreichischer Wasserkraft, die Milch wird mit umweltfreundlichem Erdgas erhitzt. „Seit 2010 arbeiten wir mit Wärmerückgewinnung. Außerdem wurden die Kälte- und Druckluftanlage optimiert und dank neuer Dampfkessel-Technologie konnte der Brennstoffverbrauch reduziert werden“, nennt NÖM-Energie-Projektmanager Gerhard Bartak die wichtigsten Innovationen. Von ursprünglich 24.000 Tonnen CO pro Jahr habe man so 86 Prozent selbst abbauen können. „Die restlichen 3.277 Tonnen kompensierten wir mit dem Zukauf von Zertifikaten.“

Für diese nahm man „eine Summe im fünfstelligen Eurobereich“ in die Hand und unterstützte ausgewählte Klimaschutzprojekte in Brasilien, Mali und China. Die Emissionen seien damit bis 2018 neutralisiert. Nun wolle sich die NÖM der ohnehin laufend optimierten Transportlogistik annehmen, die in der CO2-Bilanz derweil noch nicht berücksichtigt ist.