Erstellt am 23. Oktober 2015, 05:27

von Carina Kröpfl

Waldviertel: Infrastruktur muss verbessert werden. AKNO-Präsident Wieser fordert Schaffung von Arbeitsplätzen im Waldviertel.

Suchten gemeinsam nach Lösungsvorschlägen für das Waldviertel: Josef Baum, Franz Schandl, Andrea Komlosy, Barbara Mair, Nikolaus Dimmel, Christian Fahrthofer, Nikolaus Geyrhalter und Stefan Soucek.  |  NOEN, Kröpfl
„Grenzerfahrung Waldviertel“ – unter diesem Titel veranstaltete die Arbeiterkammer Niederösterreich am 15. Oktober eine Fachtagung.

Im Rahmen dieser Tagung wurde ausführlich über die wirtschaftliche Lage des Waldviertels diskutiert. Die Region leide seit den Siebzigerjahren bis heute besonders unter den Schließungen vieler Textilbetriebe und Steinbrüche. Einerseits präsentierten Experten die Ergebnisse ihrer Forschungen, andererseits war das Publikum zur Diskussion eingeladen.

"Arbeitsplätze schaffen, wo man gerne lebt“

AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser betonte, dass die wichtigste Maßnahme die Schaffung von Arbeitsplätzen sei. Viele Waldviertler nehmen lange Wege zum Arbeitsplatz auf sich, da sie gerne in ihrer Heimat leben, aber dort keine Arbeit finden. „Es ist wichtig, dort Arbeitsplätze zu schaffen, wo man gerne lebt“, meinte Wieser.

Konkret forderte er abermals eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, etwa durch eine Schnellstraße, ein Breitbandnetz, damit sich Betriebe in der Region ansiedeln, sowie flächendeckend ganztägige Kinderbetreuung. In den Bezirken Zwettl und Waidhofen gäbe es keine einzige Kinderkrippe.

Abwanderung macht Region zu schaffen

In den Expertenvorträgen wurde das Problem der Deindustrialisierung aus historischer und soziologischer Sicht beleuchtet. Verantwortlich für die wirtschaftliche Lage sei die Globalisierung. Billigprodukte aus Niedriglohnländern überfüllten den Markt, viele Waldviertler Betriebe konnten nicht mithalten und mussten schließen, erklärte Historikerin Andrea Komlosy.

Heute mache die hohe Abwanderung der Region zu schaffen, gleichzeitig werde die Bevölkerung immer älter, da es junge Menschen in die Städte treibt, so Stefan Soucek und Barbara Mair in ihren Ausführungen.