Erstellt am 20. April 2016, 10:16

von APA Red

Weniger Inländer, aber mehr Ausländer mit Jobs. In Österreich hat die Beschäftigung von 2013 bis 2015 um 43.600 auf 4,148 Millionen zugelegt.

Pflegeberufe sind für Österreicher zu wenig lukrativ.  |  NOEN, APA (dpa)

Dabei habe es aber einen Rückgang bei den inländischen Erwerbstätigen um 26.700 auf 3,591 Mio. Menschen gegeben, während die Zahl der Jobs, die von Personen aus dem EU-Ausland besetzt wurden, zulegten, ergab eine Sonderauswertung der Mikrozensus-Erhebung durch die Statistik Austria für die "Presse".

Demnach stieg die Zahl der Jobs, die durch Menschen aus Rumänien und Bulgarien besetzt wurden, um 17.500 auf 50.200. Aus anderen osteuropäischen Ländern (wie Ungarn und der Slowakei) konnten 21.900 neue Arbeitskräfte in Österreich Fuß fassen.

Auch die Zahl der Deutschen, die in Österreich einer Beschäftigung nachgehen, ist von 2013 bis 2015 um 10.700 auf 102.400 gestiegen, schreibt die "Presse". Die Rumänen seien nach den Deutschen die zweitgrößte Einwanderergruppe.

Man könne deshalb aber nicht einfach darauf schließen, dass Ausländer den Österreichern den Job wegnehmen, zitiert die Zeitung Helmut Hofer, Arbeitsmarkt-Experte vom Institut für Höhere Studien (IHS). Man müsse an regionale und Ausbildungsunterschiede denken.

Die Arbeitsmigranten aus Rumänien und aus Bulgarien seien meist gut ausgebildet und bereit, Jobs zu übernehmen, die unter ihren Qualifikationen liegen. In der 24-Stunden-Betreuung etwa, wo die Beschäftigung im Vorjahr um 5.500 auf 56.095 gestiegen ist, würden oft nur rund 630 Euro netto im Monat gezahlt. Kaum ein Österreicher würde zu diesen Bedingungen arbeiten, so die "Presse".

Nach Auswertungen der Statistik Austria aus dem Jahr 2013 liegt das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen in Österreich bei 23.844 Euro, Migranten aus den nach 2004 der EU beigetretenen Ländern verdienten aber im Schnitt nur 18.613 Euro. Um sich gegen Menschen aus Osteuropa am Arbeitsmarkt durchzusetzen, müssten die Österreicher vor allem auf eine bessere Ausbildung achten.