Erstellt am 30. März 2016, 06:24

von Heinz Bidner

Vorerst Zugbegleiter in Doppelstockzügen. ÖBB beenden kurzfristig schaffnerlosen Probebetrieb, um Technik zu verbessern.

Mit 1. Juni 2012 wurde der zugbegleiterlose Einmann-Probebetrieb in Doppelstockzügen auf der Westbahn (Wien West - St. Valentin) gestartet, womit seitens der ÖBB regulär nur ein Triebfahrzeugführer an Bord ist.  |  NOEN, zVg

Jahrelang haben die ÖBB den sogenannten „0:0-Probebetrieb“ – also den Fahrbetrieb ohne Zugbegleiter – kräftig forciert. Um Personalkosten zu sparen. Mittlerweile gibt es in Österreich keinen Streckenabschnitt, wo nicht zumindest bestimmte Züge für diesen Fahrbetrieb zugelassen sind.

In der Vorwoche war die Verwunderung unter ÖBB-Mitarbeitern umso größer. Denn sie wurden über die Aufhebung des Probebetriebs in Doppelstockzügen (DoSto) auf der Westbahnstrecke zwischen Wien und St. Valentin ab 1. April informiert. Gründe wurden nicht genannt.

Auf NÖN-Nachfrage gibt es seitens der ÖBB nur sehr allgemeine Antworten. „Im Rahmen des Probebetriebes wurde die technische Stabilität der Fahrzeuge bezüglich der für den zugbegleiterlosen Betrieb erforderlichen Voraussetzungen überwacht“, heißt es. Und: „Entsprechend der Ergebnisse des Probebetriebs werden jetzt Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt.“ In dieser Zeit sollen wieder Zugbegleiter eingesetzt werden.

Wie lange das dauern soll, sei ungewiss: „Da derzeit geprüft wird, welche Maßnahmen gesetzt werden, ist noch keine Zeitangabe möglich.“ Das Ziel sei, „dass die Technik so zuverlässig ist, dass ein Zugbegleiter auf diesen Zügen keine betrieblichen Aufgaben mehr erfüllen muss“.

Aus Sicht der Fahrgäste hat die Wiedereinsetzung von Zugbegleitern vor allem zwei Bedeutungen: Einerseits steigt das Sicherheitsgefühl durch Personal an Bord. Andererseits wird Schwarzfahren durch regelmäßige Kontrollen schwieriger.