Erstellt am 26. April 2016, 06:04

von Heinz Bidner

Wiener Westeinfahrt wird zum Nadelöhr. Prognose / Baustellen mit U4-Teilsperre und Ersatzbus dürften für Staus sorgen. Viele Öffi-Pendler wollen dennoch aufs Auto umsteigen. Ab diesem Samstag wird die Wiener U-Bahnlinie U4 zwischen Hütteldorf und Hietzing wegen Sanierungsarbeiten gesperrt.

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Ab diesem Samstag wird die Wiener U-Bahnlinie U4 zwischen Hütteldorf und Hietzing wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Ab 2. Juli kommt auch noch die Station Schönbrunn dazu. Erst zu Schulbeginn am 5. September soll die Linie wieder durchgehend benutzbar sein.

Für Tausende Autopendler aus NÖ, die aus dem Westen kommend nach Wien wollen, wird diese Zeit besonders herausfordernd. Davor warnen die Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC.

„In den ersten Tagen rechnen wir großteils mit Staus, weil es einige Zeit dauern wird, bis sich die Menschen darauf eingestellt haben“, meint Gilles Dittrich vom ÖAMTC.

Baustelle auf Westeinfahrt wird Situation erschweren

Was die Situation verschärft: An einigen Stellen der Westein- bzw. Westausfahrt, die parallel zur gesperrten U4 verlaufen, werden Straßenabschnitte für Baustellenzufahrten oder das Abladen von Baumaterialien benötigt. „Es werden aber zu jedem Zeitpunkt mindestens zwei Fahrstreifen für den Autoverkehr zur Verfügung stehen“, sagt Answer Lang von den Wiener Linien.

Als Ersatz für die U4-Sperre soll unter anderem der Zusatzbus U4Z fahren, aber dafür keinen eigenen Fahrstreifen bekommen. Für Gilles Dittrich macht das jedoch wenig Unterschied: „Nachdem die Busse im Drei-Minuten-Takt fahren, werden sie eine Spur blockieren – und die wird den Autofahrern fehlen.“

Kleiner Lichtblick: Die parallel verlaufenden Ausweichrouten Linzer Straße und Hütteldorfer Straße sollen laut Stadt Wien in dieser Zeit baustellenfrei sein. ÖAMTC-Experte Dittrich mahnt dennoch zur Vorsicht: „Keiner kann Notfallgebrechen ausschließen – und die würden kurzfristig zu Baustellenarbeiten führen.“

Matthias Eigl vom ARBÖ rät Pendlern, die auf Öffis umsteigen, etwa 15 Minuten zusätzlich einzuplanen, denn: „Die komplexen Umsteigemöglichkeiten werden für gewisse Zeitverzögerungen sorgen.“

Auch Westbahnstrecke teilweise gesperrt

Das dürfte einige Öffi-Pendler dazu bewegen, erst recht auf ihre Autos umzusteigen. Nach einer ARBÖ-Umfrage will das sogar mehr als die Hälfte tun, so Matthias Eigl. Was die Situation in der Westein-/Westausfahrt zusätzlich verschärfen würde.

Ein Grund dafür ist aber auch die Sperre der Westbahnstrecke von Juni bis September im Abschnitt Rekawinkel – Neulengbach wegen Sanierungsarbeiten.

Die ÖBB und das Land NÖ errichten daher an den Haltestellen Rekawinkel, Pressbaum, Dürrwien, Tullnerbach-Pressbaum und Unter-Purkersdorf zusätzlich insgesamt 200 provisorische, kostenlose Park&Ride-Stellplätze.


Tipps für NÖ-Pendler

Auto-Pendler. Speziell in der Früh und am Nachmittag ist gerade in der ersten Woche in der Westein- bzw. Westausfahrt mit Staus zu rechnen. Man sollte auf Öffis ausweichen oder seine Fahrzeiten und Fahrrouten ändern.

Park&Ride-Anlagen. Während der U4-Sperre wird das Parken in der P&R-Anlage in Hütteldorf weniger attraktiv. Darum bietet etwa der Garagenbetreiber WIPARK ein Kontingent an vergünstigten Garagenplätzen für Pendler an. Mit einer Jahres- oder Monatskarte der Wiener Linien kostet die Monatsgebühr in der jeweiligen Garage 52,30 Euro, ohne Öffi-Ticket 63,60 Euro. Folgende WIPARK-Garagen mit Öffi-Anschluss befinden sich im Westen Wiens:

  • Garage Karree Breitensee: Anbindung an Linien 10, 49 und U3.
  • Garage Geriatriezentrum Baumgarten: Anbindung Linie 49.
  • Garage Hugo Breitner Hof: Anbindung an Linien 49 und 52.
  • Parkhaus Westbahnhof: Anbindung an Linien 5, 6, 9, 18, 52, 58, U3 und U6.

Zug-Pendler. ÖBB-Fahrgäste, die vom Westen Richtung Hütteldorf kommen, fahren am besten weiter und steigen an einem der alternativen Umsteige-Knoten aus. Die Strecke von Hütteldorf bis zum Öffi-Knoten Westbahnhof beispielsweise dauert mit REX oder S50 knapp sieben Minuten.

Wiener Ersatz-Öffis. Neben der U4-Strecke wird auf der Westein-/ Westausfahrt ersatzweise ein Zusatzbus (Linie U4Z) unterwegs sein. Allerdings ist man dabei vom restlichen Verkehrsaufkommen abhängig. Sicherer sind hier Züge und Straßenbahnen.

U4-Teilsperre 2017. Stadt Wien und Wiener Linien investieren 335 Millionen Euro in die Verbesserung der U4. Die Arbeiten starteten im Frühjahr 2014 und werden bis 2024 dauern. Nach 2016 ist im Sommer 2017 neuerlich eine Teilsperre der U4 geplant – zwischen Längenfeldgasse und Karlsplatz. Danach sollen die Bauarbeiten den Betrieb der U4 aber kaum noch beeinträchtigen.
 Quellen: Wiener Linien, ÖAMTC