Erstellt am 20. Mai 2017, 06:28

von NÖN Redaktion

Räder sollen sich weiterdrehen. Das Marchfeld lebt seit Jahren mit Windkraftanlagen – und wünscht sich noch mehr: 75 Prozent befürworten Ausbau in ihrem Heimatort.

Gute Umfrageergebnisse: „evn naturkraft“-Geschäftsführer Georg Waldner freut sich.EVN/Rumpler  |  EVN/Rumpler

Erneuerbare-Energie-Projekte? „Ja bitte, aber nicht bei uns.“ – eine Einstellung, die in Fachkreisen als „NIMBY“ („Not in my Backyard“, also: „Nicht in meinem Hinterhof“) bezeichnet wird. Nicht von ungefähr lehnten in den vergangenen Jahren einige NÖ-Gemeinden Windkraftprojekte ab. Die große Ausnahme: das Marchfeld. In der windraderprobten Region erfahren diese nämlich erstaunlich großen Zuspruch.

Im Weinviertel beliebt: die Windenergie.  |  Kremsmayer

91 Prozent von 400 Befragten sehen hier in der Windenergie einen wesentlichen Baustein, um die Klimaziele zu erreichen. 67 Prozent stimmen einem weiteren Ausbau in NÖ zu, und 60 Prozent befürworten einen solchen auch in der Heimatgemeinde. Diese Ergebnisse lieferte eine von der EVN in Auftrag gegebene Studie. Auffallend positiv äußerten sich jene von „marketmind“ Befragten, die in den Marchfeld-Gemeinden Gänserndorf (79 Prozent), Deutsch-Wagram (82 Prozent), Prottes (62 Prozent) und Angern/March (79 Prozent) leben. Und das, obwohl – oder möglicherweise gerade weil – sie bereits Erfahrungen mit erneuerbarer Energie haben: Alle vier Gemeinden beheimaten nämlich seit geraumer Zeit einen EVN-Windpark:

In Gänserndorf stehen mittlerweile zehn Anlagen. Die fünf im Jahre 2000 errichteten sollen demnächst durch drei moderne ersetzt werden. In Deutsch-Wagram wurden 2013 die ersten Drei-Megawatt-Anlagen der EVN errichtet. Angern mit der Katastralgemeinde Ollersdorf und Prottes sind die Standortgemeinden des ertragreichsten EVN-Windparks: Zwölf Anlagen liefern seit 2014 Strom für 25.000 Haushalte.

Zusammenfassen lassen sich die besonders für die EVN erfreulichen Ergebnisse (siehe auch Infobox) wie folgt: Windkraft rangiert bei spontanen Nennungen zur künftigen Stromerzeugung auf Platz 1. Positive Assoziationen überwiegen deutlich, 75 Prozent der Befragten befürworten daher einen Ausbau der Windkraft im Heimatort. In der nahe an Wien gelegenen Stadt Deutsch-Wagram sind es sogar 80 Prozent.

„Mit unserer Studie wollten wir mehr über die Einschätzung jener erfahren, die schon seit Jahren neben und mit unseren Windrädern leben“, erklärt Georg Waldner, Geschäftsführer der evn naturkraft. „Wir freuen uns sehr über das positive Feedback aus ‚unseren‘ Windkraft-Gemeinden.“