Erstellt am 30. September 2014, 08:04

"Auf die handelnden Personen kommt es an". Hans Brantner, Geschäftsführer der Hans Brantner Gruppe in Laa/Thaya, im Gespräch mit Gerti Süss.

Mitten in der Geschäftsübernahme des Familienbetriebs: Hans Brantner aus Laa/Thaya.  |  NOEN, zVg

Brantner ist Westeuropas größter Agrarkipperhersteller. Was ist das Geheimnis hinter diesem Erfolg?
Brantner: Es kommt im Endeffekt immer auf die handelnden Personen an. Wir haben das Glück, die richtigen Mitarbeiter gefunden zu haben. Man sollte aber auch als Eigentümer immer am Ball bleiben.

Sie leiten das Unternehmen in der achten Generation. Welche Vor- und Nachteile bringt ein Familienbetrieb in dieser Größe mit sich?
In kapitalmarktorientierten Betrieben werden die Chefs meist nur für eine bestimmte Periode bestellt – Nachhaltigkeit, Regionalität und die Mitarbeiter bleiben dabei oft auf der Strecke. Im Gegensatz dazu zeichnen wir uns durch flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege aus. Nachteile finde ich ehrlich gesagt nicht.

Gab es je Überlegungen, einen Standort im Ausland zu eröffnen?
Natürlich. Wir haben uns aber aufgrund unserer Heimatverbundenheit und auch aufgrund unserer Mitarbeiter dazu entschieden, in Österreich zu bleiben. Und wir sind optimistisch, dass dieser Schritt der richtige war.


Ausbildung: HAK-Matura, Fachhochschul-Studium für Unternehmensführung

Karriere: Brantner (32) arbeitete zwei Jahre beim Beratungsunternehmen Price Waterhouse Coopers in Wien. 2009 stieg er in den Familienbetrieb ein. Seit 1. August 2014 ist er Eigentümer der Brantner Gruppe. Die Übergabe der Geschäftsleitung soll im Oktober abgeschlossen sein.

Unternehmen: Die Geschäftsbereiche der Brantner Gruppe umfassen Fahrzeugbau, Autohandel, Hallen- und Sonderstahlbau sowie Oberflächentechnik. Der Hauptsitz liegt in Laa/Thaya, für den Autohandel gibt es vier weitere Filialen im Weinviertel. Die Brantner Gruppe beschäftigt 300 Menschen. 2013 betrug der Umsatz rund 50 Millionen Euro.