Erstellt am 22. Oktober 2014, 04:56

von Gerti Süss

Karin Franz: "Es braucht erhöhte Flexibilität im Denken". Karin Franz, Co-Chefin von Axalta Coating Systems in Guntramsdorf, im Gespräch mit Gerti Süss.

Von der Personalleiterin bei Bene zur Chefin eines Lack-Unternehmens: Karin Franz.  |  NOEN, zVg

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Franz: Am allermeisten die ständige Interaktion mit Menschen und die Möglichkeit zur Entwicklung jedes Einzelnen, unmittelbar beitragen zu können.

Woran liegt es, dass bei den großen Betrieben immer noch so wenige Frauen in Chefetage sitzen?
Frauen werden bei uns in der strategischen Personalplanung im selben Maße berücksichtigt wie Männer. Wir haben in Österreich einen Frauenanteil von rund 25 Prozent und eine Frauenquote innerhalb der Führungskräfteriege von 33 Prozent, was für einen produzierenden Betrieb sehr hoch ist.

Frauen, die auf öffentliche Kinderbetreuungsplätze angewiesen sind und sich nicht mit einer Teilzeitbeschäftigung abfinden möchten, sind leider nach wie vor im Nachteil.

Was muss sich hier ändern?
Seitens der Unternehmen braucht es erhöhte Flexibilität im Denken und im Umgang mit Arbeitszeitmodellen. Altgediente Familienbilder sind nach wie vor in vielen Köpfen verankert, auch das muss sich ändern.


Ausbildung: HAK-Matura, diverse Aus- und Weiterbildungen für die Bereiche Personal und Führung.

Karriere: Franz (42) startet ihre Karriere 1999 mit einem Traineeship bei Bene, wo sie in weiterer Folge in mehreren Abteilungen tätig war. 2013 wechselte sie als Personalleiterin zu Axalta Coating Systems. Seit Juni ist sie Co-Geschäftsführerin.

Unternehmen: Axalta ist ein weltweit führendes Unternehmen, das sich auf Lacke für Pkws, Elektromotoren, Gebäude und Pipelines spezialisiert hat. Der Österreich-Hauptsitz ist in Guntramsdorf. Weltweit arbeiten 12.000 Menschen für Axalta Coating Systems, in Österreich rund 350. Der weltweite Umsatz beträgt 4,3 Milliarden US-Dollar, für Österreich werden keine Umsatzzahlen bekannt gegeben.