Erstellt am 07. Oktober 2014, 08:00

"Politik interessiert sich nur wenig für Mittelstand". Alexander Tremmel, Geschäftsführer der SKB-Gruppe in Schwechat, im Gespräch mit Gerti Süss.

Wünscht sich von der Politik mehr Interesse für den Mittelstand: SKB-Chef Alexander Tremmel.  |  NOEN, SKW zVg

Sie leiten den Familienbetrieb in der fünften Generation. Welche Vor- und Nachteile hat das?
Tremmel: Die Vorteile liegen in der Beständigkeit, den direkten Informationswegen und schnellen Entscheidungen. Ein Nachteil ist, dass Spannungen innerhalb der Familie auch ins Unternehmen getragen werden.

Sie haben eine Tochterfirma in der Ukraine. Bekommen Sie die Ukraine-Krise zu spüren?
Die Situation dort ist sehr schwierig. Es wird viel gespart und gibt keine großen Bauprojekte. Die Marktausfälle können wir im Moment noch teilweise durch Schwesterfirmen kompensieren. Wir haben auch ein Vertriebs-Joint Venture in St. Petersburg. Auch das beobachten wir mit Sorge, wobei die russische Wirtschaft ehrlich gesagt schon vorher schlecht lief.

Welche Vor- und Nachteile hat der Standort Schwechat?
Die Nähe zu Wien und den östlichen Nachbarn ist ein Vorteil. Leider habe ich das Gefühl, dass sich die Politik sehr für die Großkonzerne im Bezirk interessiert, aber nur wenig für den lokalen Mittelstand.
 


Ausbildung: Studium der Betriebswirtschaftslehre in Wien.

Karriere: Tremmel (49) arbeitete nach seinem Studium ein Jahr lang bei der Credit Anstalt. 1990 stieg er in den Familienbetrieb SKW ein. Mitte der 90er-Jahre übernahm er mit seinem Bruder Christoph die Geschäftsführung. 2007 gründeten die beiden die SKB-Gruppe als übergeordnete Holding.

Unternehmen: Die SKB-Gruppe, die der Ursprungsfirma, den Schwechater Kabelwerken, übergeordnet ist, produziert Kabel für die Energie-, Telekommunikations- und Eisenbahnbranche. Firmensitz ist in Schwechat, zudem gibt es mehrere Töchterfirmen im Ausland. Insgesamt arbeiten 700 Menschen für SKB, davon 75 in Schwechat. 2013 betrug der Umsatz 235 Millionen Euro.