Erstellt am 18. November 2014, 05:12

von Gerti Süss

Thomasberger: "Kunden verlangen nach Problemlösungen". Friedrich Thomasberger, Chef der Paul Hartmann GmbH in Wr. Neudorf, im Gespräch mit Gerti Süss.

Thomasberger leitet die Firma Hartmann - einst Verbandserzeuger, heute Anbieter von Komplettlösungen.  |  NOEN, Foto Wilke

Was begeistert Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Thomasberger: Ein Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen ist eine faszinierende Aufgabe. Und wenn ein Plan gelingt, ist das ein gutes Gefühl.

Gibt es Geschäftsbereiche, die Sie künftig ausbauen möchten?
Es genügt heute nicht mehr, „nur“ Produkte zu verkaufen. Die Kunden verlangen nach Problemlösungen. Daher forcieren wir etwa OP-Komplettsets, die alle Produkte enthalten, die für einen Eingriff gebraucht werden. Und Altenheimen bieten wir Inkontinenzversorgung samt Software gestützter Verbrauchoptimierung an.

Was sind die größten Herausforderungen, mit denen Sie im Moment zu kämpfen haben?
Der Spardruck im Gesundheitswesen und die Befürchtung, dass dadurch Qualität und Innovation auf der Strecke bleiben. Daher meine Forderung an die Politik: Die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen müssen so gestaltet werden, dass standort- und patientennahe Versorgung mit Qualitätsprodukten weiter möglich ist und Innovationen auch beim Patienten ankommen.


Ausbildung: BWL-Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien

Karriere: Thomasberger (53) startete seine Berufslaufbahn im Marketing bei Philips und hatte danach diverse Marketingjobs. 1991 wechselte er in die Medizinproduktebranche. 1998 wurde er Vertriebsleiter bei Hartmann, ab 2001 Geschäftsführer.

Unternehmen: Hartmann erzeugt Produkte für Wundbehandlung, Inkontinenzhygiene, Desinfektionsmittel und Einwegprodukte für den OP. Weltweit arbeiten über 10.000 Mitarbeiter für die Hartmann-Gruppe, davon 55 am Österreich-Hauptsitz in Wiener Neudorf und 75 am Produktionsstandort in Grimmenstein. In Österreich hat Hartmann im Vorjahr 54 Millionen Euro Umsatz erzielt.