Erstellt am 03. August 2016, 14:56

von Anita Kiefer

AKNÖ erneuert Forderung nach sechster Urlaubswoche. Im Rahmen ihrer Halbjahresbilanz erneuerte die Arbeiterkammer NÖ – konkret Präsident Markus Wieser – die Forderung nach einer sechsten Urlaubswoche für alle Dienstnehmer ab 25 Dienstjahren.

Arbeiterkammer will ab dem 25. Dienstjahr weiter eine Woche mehr Urlaub durchsetzen.  |  Bilderbox.com

Anspruch auf sechs Wochen Urlaub ab 25 Dienstjahren – und das unabhängig von der Anzahl der Betriebe, in denen man gearbeitet hat. Dafür sprach sich der Präsident der Arbeiterkammer NÖ, Markus Wieser, jetzt erneut aus. „Wenn jemand 25 Jahre gearbeitet hat, egal ob in einem Unternehmen oder in mehreren, dann hat er seine Leistung gebracht“, so Wieser.

Aktuell haben ja nur Dienstnehmer Anspruch auf sechs Wochen Urlaub, die in einem Betrieb 25 Dienstjahre beschäftigt waren. Er fürchte nicht, dass sich aus einem generellen Anspruch auf sechs Wochen Urlaub ein Nachteil für die Arbeitnehmer – etwa eine noch schwerere Arbeitssuche für ältere Arbeitnehmern mit entsprechenden Dienstjahren - entwickeln könnte, so Wieser auf Nachfrage.

Diese Forderung ist nicht neu – der AKNÖ-Präsident hatte sich etwa schon in seiner Antrittsrede 2013 dafür ausgesprochen. Im Vorjahr war die sechste Urlaubswoche vieldiskutiertes Thema auf bundespolitischer Ebene.

Nein von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung

Ein klares Nein zur sechsten Urlaubswoche kommt aus der Wirtschaftskammer (WK) Niederösterreich. „Wer soll das finanzieren?“, heißt es dort auf NÖN-Nachfrage. Bei der WKNÖ wünscht man sich mehr Realitätssinn in der Politik.

Auch die Industriellenvereinigung (IV) Niederösterreich weißt die Forderung nach einer sechsten Urlaubswoche entschieden zurück. „Die geforderte volle Vordienstzeitenanrechnung bei der sechsten Urlaubswoche würde die Betriebe zusätzlich belasten. Diese Forderung würde insbesondere die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verteuern – angesichts der aktuellen Lage am Arbeitsmarkt ist das keine wünschenswerte Entwicklung“, so IVNÖ-Geschäftsführerin Michaela Roither dazu.

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hat im ersten Halbjahr 2016 84.000 Arbeitnehmer in Niederösterreich beraten. Die Themen betrafen vor allem Rückforderungen nach Unternehmensinsolvenzen, die korrekte Ausbezahlung von Abfertigungen, Nachzahlungen durch falsche kollektivvertragliche Einstufung und eben – saisonbedingt – Fragen rund um das Thema Urlaub. Rund 20 Millionen Euro habe man für die Arbeitnehmer erkämpft, so Wieser.