Wiener Neudorf

Erstellt am 12. Juli 2016, 03:18

von Anita Kiefer

Rechtstreit um Niemetz. Ob Heidi Chocolat das Wort Niemetz im Firmennamen verwenden darf, entscheidet Oberlandesgericht Wien.

Der Name Niemetz dürfe nur in Verbindung mit den Marken Schwedenbomben, Manja und Swedy verwendet werden, so der Standpunkt von Ursula Niemetz und ihrem Lebensgefährten Steve Batchelor.  |  NOEN, Michael Gruber

Seit 2012 kommen die Schwedenbomben nicht aus den Schlagzeilen. Die Insolvenz der Walter Niemetz GmbH & Co KG, die versuchte Facebook-Rettungsaktion und die Übernahme durch den rumänischen Schokoproduzenten Heidi Chocolat sind bekannt. Auch der Verlegung der Produktion von Wien nach Wiener Neudorf im vergangenen Jahr sorgte für großes Aufsehen. Was weniger bekannt ist: Im Hintergrund läuft ein Rechtsstreit zwischen Niemetz und Heidi Chocolat über die Verwendung des Namens „Niemetz“ im Firmennamen von Heidi Chocolat ab.

Ursula Niemetz, die Tochter von Firmengründer Walter, betreibt aktuell mit ihrem Lebensgefährten Steve Batchelor eine Cafe-Konditorie in Salzburg. Bis zum Verkauf betrieben die beiden die Niemetz-Produktion, Batchelor als Geschäfsführer. Beim Niemetz-Verkauf im Mai 2013 handle es sich um einen Asset-Deal, betont Steve Batchelor dazu. Nur die Produktionsstätte in Wien und die Rechte an den Markennamen Schwedenbomben, Manja und Swedy seien verkauft worden. Und das Recht am Schwedenbomben-Mann. Als Firma aber dürfe Heidi Chocolat den Namen Niemetz nicht verwenden. „Niemetz gehört zu Frau Niemetz. Sie haben nicht den Namen Niemetz gekauft“, so Batchelor.

„Haben alle materiellen und immateriellen Güter gekauft"

Gerhard Schaller, Geschäftsführer der Heidi Chocolat AG Niemetz Schwedenbomben Niederlassung Österreich mit Produktionsstätte im Industriezentrum Süd in Wiener Neudorf, gab auf Nachfrage nur folgenden Kommentar dazu ab: „Wir haben alle materiellen und immateriellen Güter gekauft.“ Auf die Frage, ob er sicher sei, dass das Wort Niemetz im Firmennamen von Heidi Chocolat vorkommen darf, wiederholte er obige Aussage.

In erster Instanz hat Niemetz im Frühjahr 2016 verloren. Niemetz legte Berufung ein – die zweitinstanzliche Entscheidung des Oberlandesgerichts Wien steht noch aus. Wann das Oberlandesgericht Wien entscheiden wird, steht noch nicht fest. Steve Batchelor und Ursula Niemetz seien optimistisch zu gewinnen, sagt Batchelor. „Natürlich, sonst hätten wir das ja nicht gemacht.“

Ursula Niemetz und Steve Batchelor planen, selbst wieder in die Schokoladenproduktion einzusteigen. In ein, zwei Monaten könne man Konkreteres dazu sagen, so Batchelor.

Die Historie

  • Im August 2012 wird bekannt, dass Niemetz seit geraumer Zeit finanzielle Schwierigkeiten hat.
  • Im Februar 2013 beantragt Niemetz ein Sanierungsverfahren.
  • Im Mai 2013 wird bekannt, dass die Meinl-Tochter Heidi Chocolat, ein rumänischer Schokoladenproduzent, Niemetz kauft. Der Kaufpreis lag bei 5,25 Millionen Euro.