Erstellt am 23. Oktober 2015, 14:19

"Liedestoll": Kirchschlager und Wecker im Festspielhaus St. Pölten. Am 04. November treten Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und Konstantin Wecker gemeinsam mit ihrem Programm "Liedestoll" im Festspielhaus St. Pölten auf.

 |  NOEN

Was einst Überraschung war, ist nun bereits willkommenes und bejubeltes Zusammenwirken zweier großer liedestoller Künstler.
 
So wird es im November 2015 noch einmal, wer weiß - vielleicht ein letztes Mal - die herausragende Angelika Kirchschlager liedeseins mit dem unverwechselbaren Konstantin Wecker zu hören geben.


DAS PROGRAMM "LIEDESTOLL":

An ihren Liedern sollt ihr sie erkennen: Was einst für Franz Schubert oder Robert Schumann galt, hat auch in unseren Tagen seine Gültigkeit nicht verloren. Denn wer wüsste nicht, dass nur einer so unvergleichlich vom „Frieden im Land“ tönen oder hingebungsvoll „weckern“ kann vom Sommer, der nicht mehr weit ist: Konstantin Wecker.

"Undenkbar Musik vor Text zu schreiben"

Das bayerische Kraftpaket, das die kleine Form des Liedes stets als Keimzelle für große Gefühle, aber auch große Gedanken gesehen hat. Ein Vertoner, für den im Anfang immer das Wort gewesen ist: „Es ist für mich undenkbar, zuerst eine Musik zu schreiben und dann einen Text darauf.“ Ein Liedermacher der klassischen Schule eben – und der sich damit von so vielen Künstlern dieser Zeit unterscheidet.

Als Sohn eines Opernsängers wuchs Konstantin mit dem Volks- wie auch dem Kunstlied auf, Singen gehörte zum Alltag, als Zwölfjähriger vertonte der Bub bereits einen Eichendorff-Text und genoss später eine klassische Gesangsausbildung.

Verwundert es da, dass Schubert ihm bis heute „heilig“ ist? Kaum – eher schon, dass dieses gestandene Mannsbild vor Rührung auf die Knie geht, wenn mit Angelika Kirchschlager eine der weltbesten Mezzosopranistinnen Schumanns „Mondnacht“ singt: „Wenn ich mir etwas wünschen könnte, möchte ich so singen wie Du…“

"Botschaft der Texte über Musik vermitteln"

„Er hat halt seine Musik und ich habe meine – aber unser Ziel ist das gleiche“, hat die Österreicherin, die schon als Teenagerin Weckers Kompromisslosigkeit und Kraft bewunderte, während der ersten Proben erkannt. „Es geht darum, den Menschen die Botschaft der Texte über die Musik zu vermitteln.“

Und da ist es eben am Ende (fast) gleich, ob die Musik von Schubert, Humperdinck oder Wecker stammt – zumal letzterer schon in den ersten Begegnungen zu seiner eigenen Überraschung festgestellt hat, „wie nahe ich dem Schubert bin: Anscheinend ist der für mich seit meinen ersten Kompositionen als Bub mein absoluter Lehrmeister gewesen.“

So ist ein Programm entstanden, das nicht nur musikalisch den Bogen schlägt vom „Heideröslein“ bis zum „Liebesflug“, von den „Stürmischen Zeiten“ bis zum „Erlkönig“, den dieses nur scheinbar so ungleiche Paar gemeinsam mit Weckers langjährigem pianistischen Alter Ego Jo Barnikel, dem Percussionisten Sebastian Trimolt sowie den kongenialen Saiten-Springern des Spring String Quartets gestaltet:

"Wollen Bandbreite des Singens zeigen"

Es ist vor allem ein leidenschaftliches Plädoyer für das (Kunst-)Lied und seine Texte. „Dieses Programm ist perfekt geeignet, das Lied wieder mehr ins Leben hineinzuziehen“, sagt denn auch Angelika Kirchschlager. „Wir wollen zeigen, welch eine Bandbreite der Lieder und des Singens es gibt – und wie lebendig diese sein können.“

Eine Bandbreite, die die, ach so deutschen Grenzen zwischen E- und U-Musik nie gekannt hat, das Volkslied ebenso umarmt wie Schuberts „Tod und das Mädchen“ oder Weckers „Königin von Uelzen“. Oder wie der Mezzo-Weltstar es formuliert: „Die Texte dieser Lieder machen den Menschen weich – und das wünsche ich mir so sehr in der heutigen Zeit.“

Dass die „Liedestollheit“ der beiden Künstler obendrein einen ganz anderen Blick erlaubt auf den (vermeintlichen) Polit-Barden und die (scheinbare) Opern-Diva, dürfte nicht nur die Hardcore-Fans überraschen, sondern dem Lied auch neue Horizonte eröffnen:

„Für jemand, der so leidenschaftlich Kunst betreibt wie Angelika und ich, ist es natürlich auch immer wichtig, dass wir es in Publikumsschichten hineintragen können, die das normalerweise gar nicht hören würden.“ Was mit diesem Projekt zweifellos gelingen wird. 


Infos zur Veranstaltung:

ST.PÖLTEN: Festspielhaus am 04.11.2015, 20:00

www.oeticket.com   und bei NÖ Kultur Karten - Rathausplatz 19, 3100 St. Pölten oder unter +43 2742 / 90 80 80 – 600 und karten@noeku.at