Erstellt am 29. September 2015, 12:00

Theaterherbst Grenzenlos zeigt Sozialsatire „Der Feigling“. Der „Theaterherbst Grenzenlos“ zeigt Slatan Dudows Sozialsatire „Der Feigling“. Die Premiere findet am 30. Oktober im Stadtsaal Zwettl statt.

Manuela Seidl, Gottfried Neuner  |  NOEN, Peter Sehnal, Bearbeitung: Ewald Buhl

Regisseur Marius Schiener hat das tragikomische Stück des bulgarischen Theater- und Filmregisseurs Slatan Dudow, der auch für Bertold Brecht arbeitete, für den „Theaterherbst Grenzenlos“ entdeckt. Gemeinsam mit der Intendantin Manuela Seidl, die selbst auch spielt, wird die Satire um Feigheit, Lüge und Gutmenschentum auch gegenwärtige sozialpolitische Strömungen aufnehmen. In der Titelrolle: Gottfried Neuner.
 

Inhalt:

x  |  NOEN, Peter Sehnal/Bearbeitung: Ewald Buhl
Johannes Krauthahn kommt aus einer Dynastie ehrenwerter Betrugs-Aufdecker. Als korrekter Angestellter der Firma SAFA deckt er selbst den Millionenbetrug eines Firmenbonzen namens Phillip auf, indem er Beweismaterial ans Tageslicht bringt.

Als die Zeitungen Wind davon bekommen, und Philipp Direktor der Firma werden soll, wendet sich das Blatt gegen den kreuzbraven Mann. Eine monströse Vertuschungsmaschinerie setzt sich in Gang.


Vom eigenen Rechtsanwalt über die neidischen Bürokollegen, die Familie, und einer geheimen Liebschaft namens „Kitty“ tun sich plötzlich Abgründe auf, die den Protagonisten in einen Strudel aus Angst und Selbstzweifel ziehen. Das ganz normale Leben wird für ihn zum Alptraum einer von der Verwandtschaft inszenierten „Flucht“. Der eigentlich Ehrenwerte findet sich im Krankenhaus, im Gefängnis und letztlich – unter Mordverdacht wieder. – Seine einzige Rettung ist auch die große Überraschung am Ende.

 
Es spielen in wechselnden Rollen: Manuela Seidl, Claudia Carus, Rita Dummer, Gottfried Neuner, Randolf Destaller, und Martin Schlager. Textbearbeitung, Regie und Raum: Marius Schiener
 
Premiere: 30.10. 20.00 Stadtsaal Zwettl
 

Slátan Dudow

Dudow (* 30. Januar 1903 in Zaribrod; † 12. Juli 1963 in Fürstenwalde/Spree, DDR) war ein bulgarischer Filmregisseur und Drehbuchautor, der hauptsächlich in Deutschland tätig war.
Dudow, Sohn eines Eisenbahners, kam im Herbst 1922 nach Berlin, um Architektur zu studieren. Doch bald fand er sich an der Schauspielschule und der Fakultät für Theaterwissenschaft. Er hospitierte bei Fritz Langs „Metropolis“ sowie bei Theaterinszenierungen von Leopold Jessner und Jürgen Fehling.
Von 1927 bis 1928 war er Chormitglied am Theater Erwin Piscators.

Brecht nahm ihn in seinen Arbeitskreis auf, und Dudow inszenierte 1929 Brechts „Die Maßnahme“.  Bald arbeitete er für den Film und Höhepunkt seines Schaffens wurde der proletarische Propagandafilm „Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?“ (1932), der die elenden Lebensbedingungen der Arbeiter in der Zeit der Weltwirtschaftskrise veranschaulicht. Im Exil entstand sein Bühnenstück  „Der Feigling“, das erst 1948 am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Ernst Legal auf 57 Vorstellungen kam.