Erstellt am 21. September 2015, 07:11

von Daniel Lohninger und Mario Kern

100 Wohnungen statt alter Krankenkasse. Altes Krankenkasse-Hauptgebäude steht vor dem Verkauf an die BWSG. Okay der NÖGKK-Kontrollversammlung fehlt noch.

Der mit 37 Jahren jüngste Teil des alten Gebäudekomplexes der NÖ Gebietskrankenkasse wird an die BWSG verkauft. Die in St. Pölten zuletzt sehr aktive Genossenschaft plant ein Wohnbauprojekt.  |  NOEN, Mario Kern

Fünf Jahre nach dem Verkauf der Häuser 2 und 3 ist auch das Hauptgebäude der ehemaligen Zentrale der NÖ Gebietskrankenkasse so gut wie verkauft: In der Vorwoche gab der Vorstand grünes Licht für das Angebot der BWS-Gruppe. Abgesegnet werden muss der Verkauf nun noch von der Kontrollversammlung der NÖGKK.

NÖGKK ist zufrieden mit dem Verkaufspreis

„Wir haben einen Verkaufspreis erzielt, der sogar über dem Schätzgutachten des Ministeriums liegt“, erklärt NÖGKK-Sprecherin Elisabeth Heinz. Dementsprechend zufrieden zeigt man sich bei der NÖ Gebietskrankenkasse, wo man damit knapp acht Jahre nach der Übersiedlung an den neuen Standort in der Kremser Landstraße die Verwertung der ehemaligen Landeszentrale als abgeschlossen betrachten kann.
Auch Robert Pfeffer von der BWS-Gruppe ist guter Dinge.

Er bestätigt, dass die BWSG ein Angebot gelegt hat. „Noch ist nichts unterfertigt, es sieht aber gut aus.“
Sobald der Verkauf des vor 37 Jahren erbauten Gebäudes fixiert ist – dafür fehle auch noch die Zustimmung des Gesundheits- und des Sozialministeriums –, wird die Genossenschaft die nächsten Schritte für ein Wohnbauprojekt setzen.

„Planung steckt noch in den Kinderschuhen"

„Das wird in der Dimension zwischen 100 und 120 Wohnungen angesiedelt sein“, so Robert Pfeffer. Noch sei das Projekt in der Studienphase. „Die Planung steckt quasi noch in den Kinderschuhen.“

Das ehemalige Hauptgebäude der NÖGKK – das 2007 aus Platzgründen aufgegeben wurde – war bis zuletzt genutzt. So diente es seit gut einem Jahr insgesamt 5.500 Polizisten aus ganz Österreich als Übungsplatz für Sicherheitstrainings. Zweimal wurde das Gebäude auch zur Filmkulisse: in Henning Mankells „Der Chinese“ und im Kult-Zweiteiler „Der Aufschneider“ mit Josef Hader.


Daten und Fakten

Die Liegenschaft in der Karl-Renner-Promenade 12 ist 8.000 Quadratmeter groß. 1978 wurde dort das Haus 1 eröffnet.

Der erste Teil des ehemaligen NÖGKK-Komplexes wurde 1927 eröffnet –  2010 wurde er ebenso wie der zweite Teil verkauft. Heute finden sich dort die Landeszentrale der Wiener Städtischen und die Donau Versicherung.

Die BWS-Gruppe errichtet derzeit 109 Wohnungen in der Widerinstraße und 185 Wohnungen in der Maximilianstraße.