Erstellt am 02. August 2016, 05:57

von Birgit Kindler

Kleinregion für vier Orte. Durch die Gründung einer eigenen Region wollen die Bürgermeister ihre Gemeinden in den verschiedensten Bereichen künftig besser miteinander vernetzen.

Rudi Schütz hält vor allem den gemeinsamen Ausbau des Radwegenetzes für sinnvoll.  Franz Trischler freut sich, eine passende Region für seine Gemeinde zu haben.  Fritz Ofenauer sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit der Gemeinden. Herbert Wandl will als erstes einen gemeinsamen Plan für das Breitband-Internet erstellen.  |  zVg

Gerersdorf, Prinzersdorf, Markersdorf-Haindorf und St. Margarethen an der Sierning – aus diesen vier Gemeinden soll künftig eine Kleinregion werden.

„Entstanden ist diese Idee, weil sich alle vier Gemeinden für den Ausbau des Breitband-Internets interessiert haben“, blickt Gerersdorfs Bürgermeister Herbert Wandl zurück. Das Land fördert eine Planung für Breitband-Internet aber nur für Gemeinden mit über 8.000 Einwohnern - oder eben für Regionen.

Durch den Zusammenschluss werde die Planung einfacher, ergänzt St. Margarethens Bürgermeister Franz Trischler. Er freut sich, „eine Region zu haben, in die wir passen“. Denn die St. Margerethener würden sich weder dem Pielachtal zugehörig fühlen, „noch gehören wir ins Mostviertel“, sagt Trischler. Für alle vier Gemeinden sei St. Pölten der Hauptbezugsort. „Wir wollen jetzt eine Gemeinschaft rund um St. Pölten bilden“, kündigt Trischler an.

„Über Gemeindegrenzen hinweg denken“

Das will auch Markersdorf-Haindorfs Bürgermeister Fritz Ofenauer: „Wir gehören nicht mehr ins Pielachtal, aber auch nicht in die Region Dunkelsteinerwald.“ In einer Zusammenarbeit der vier Gemeinden sieht er großes Potenzial, „denn viele Aufgaben gehen über die Gemeindegrenzen hinaus“.

Für Gerersdorfs Bürgermeister Herbert Wandl ist es ebenfalls wichtig, dass nicht jede Gemeinde ihren eigenen Sud kocht: „Wir müssen über die Gemeindegrenzen hinweg denken“. Beispielsweise würden sich die Gemeindemitarbeiter – egal ob beim Bauhof oder in der Buchhaltung – schon jetzt gut miteinander vernetzen, diese Zusammenarbeit könnte man noch weiter verstärken, so Wandl. Es müsse nicht jede Gemeinde alles neu erfinden. So könnten auch einige Geräte, die man nicht immer benötigt, gemeinsam verwendet werden.

Wichtig ist Wandl auch, dass die Verkehrsverbindungen zwischen den Ortschaften verbessert werden. „Es werden gerne Veranstaltungen in anderen Ortschaften besucht, da kann man gemeinsam schauen, wie man die Leute hinbringt“, so Wandl.

Dem Prinzersdorfer Bürgermeister liegt vor allem der Ausbau des Radwegenetzes am Herzen: „Die Leute sollen vor allem auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Radnetz auch für den Alltagsverkehr genutzt werden kann“, so Schütz.

Näher diskutiert wurde die Idee bei einem Treffen am Montag - nach Redaktionsschluss. Dabei wurden bereits Namensvorschläge für die Kleinregion gesammelt. Angedacht ist, dass der Name eine Verbindung zur Hauptstadt herstellt, beispielsweise „St. Pölten-West“ oder „Rund um St. Pölten“.

Info-Veranstaltung für die Gemeinderäte

Die Mandatare der einzelnen Orte sollen Mitte September in das Projekt miteingebunden werden. „Es wird eine gemeinsame Veranstaltung geben. Da wird sich zeigen, ob die Gemeinderäte genauso euphorisch sind wie wir“, meint Wandl.

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