Erstellt am 05. April 2016, 05:33

von Nadja Straubinger

"Biber für Gewässer unbezahlbar". Experten Rosemarie Parz-Gollner und Gerald Hölzler sprachen über positive Eigenschaften und Konflikte mit dem Nager.

Auf Einladung von Johann Weiß (r.) und der Raiffeisenbank mit Michael Niederer (l.) kamen die Biberexperten Gerald Hölzler und Rosemarie Parz-Gollner nach Warth.  |  NOEN, Karner

Kaum ein Baum rund um die Teiche beim Steinschaler Hof in Warth wurde von den dort lebenden Bibern verschont. Für Hotel-Inhaber und Naturliebhaber Johann Weiß ist das jedoch kein Grund, Groll gegen die Tiere zu hegen – er schützt die verbliebenen Bäume mittels Drahtabzäunungen. Diese und weitere Maßnahmen, wie Biber davon angehalten werden können, sich auf Bäume zu stürzen, waren Thema beim Steinschaler Kamingespräch „Mit dem Biber leben lernen“ mit den Biberexperten Rosemarie Parz-Gollner und Gerald Hölzler.

Nicht nur "Freude" mit dem Nager

240 Konfliktfälle mit Bibern gab es 2013 in ganz Niederösterreich. Daher haben auch im Pielachtal die putzigen Nager nicht nur Freunde. Entlang der Pielach gibt es einige Biberbauten. „Mit der zunehmenden Verbreitung kommt es natürlich auch zu Konflikten“, gesteht Parz-Gollner ein. Deshalb wurde 2006 das Bibermanagement eingerichtet und ausgearbeitet, wie mit Konflikten umgegangen werden soll. Abschüsse hat es bereits am Unterlauf der Pielach, etwa in Hafnerbach, gegeben.

Der Biber hat aber auch viele gute Seiten: „Er ist für die Gewässerlandschaft unbezahlbar. Er renaturiert kostenlos, er braucht nur Platz. Man sollte ihm Platz lassen, wo es geht“, betont Parz-Gollner: „Ökosysteme mit Bibern sind viel besser aufgestellt.“ Sie schaffen Kleinlebensräume für andere Arten Bei der Prävention helfen die Biberexperten, Ziel solle es aber sein, mit dem Biber leben zu lernen.


STECKBRIEF DES BIBERS

  • Gewicht: bis 36 kg

  • Länge: bis 135 cm

  • Lebensweise: monogam

  • Paarungszeit: Jänner bis März

  • Tragezeit: 105 bis 107 Tage, die Jungtiere kommen zwischen Ende April und Juni zur Welt.

  • Würfe: ein Wurf pro Jahr mit zwei bisdrei Jungen

  • Ernährung: rein vegetarisch

  • Entwicklung: Vier bis fünf Wochen nach der Geburt verlassen die Jungtiere erstmals den Wohnbau. Zweijährige Tier müssen die Familie verlassen.

  • Schutzstatus: national und international geschützt, NÖ Naturschutzgesetz; Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.

    x  |  NOEN, Sokolov Alexey/shutterstock.com