Erstellt am 25. April 2017, 05:34

von Nadja Straubinger und Birgit Kindler

Tierseuche: Pielachtal kein Sperrgebiet mehr. Letztes Jahr brachte wirtschaftliche Einbußen. Kälber können jetzt wieder ohne Einschränkungen verkauft werden.

 |  NOEN, zVg

Seit 14. April ist das Sperrgebiet aufgrund der Blauzungenkrankheit im Bezirk St. Pölten aufgehoben. Vor mehr als einem Jahr wurde die Sperrzone als Vorsichtsmaßnahme eingerichtet und sollte für zwei Jahre aufrecht bleiben. Jetzt sind nur noch Kärnten sowie Teile der Steiermark und des Burgenlandes Sperrgebiet.

In St. Pölten gab es weder in Stadt noch im Bezirk einen Fall von Blauzungenkrankheit, bestätigt Bezirkshauptmann Josef Kronister.

Froh über die Aufhebung ist Anton Hieger, Obmann der Bezirksbauernkammer St. Pölten. Denn für die Bauern gab es einige Nachteile, vor allem, was den Handel mit den Rindern betrifft. Entweder mussten die Tiere geimpft werden, was aber den internationalen Handel erschwerte, oder mittels zwei Blutuntersuchungen nachgewiesen werden, dass die Rinder nicht infiziert sind. Diese Maßnahmen seien mit Aufwand und Kosten verbunden gewesen. „Die wirtschaftlichen Folgen sind nicht ohne, vor allem beim Zuchtvieh gab es Preisdifferenzen von 40 bis 50 Prozent“, weiß Hieger.

Keine Entwarnung für immer

Jetzt gibt es für das Inverkehrbringen von Wiederkäuern aus Niederösterreich in andere Gebiete keine Einschränkungen mehr. Auch der Kälbermarkt, der während der Sperrzone in St. Pölten eingerichtet wurde, um den Verkauf innerhalb des Sperrgebiets zu erleichtern, wieder aufgelassen, sagt Hieger. Der Verkauf findet wieder in der Berglandhalle statt.

„Die Verluste, die wir eingefahren haben, sind schwer abzuschätzen“, sagt der Obmann des Rinderzuchtverbandes im Pielachtal Karl Braunsteiner. Derzeit sie die Situation wieder besser. „Die Türkei ist schon die letzten Jahre als Markt interessant. Wie lange das so sein wird, ist nicht zu sagen“, so Braunsteiner. Allerdings habe die Türkei in der Zeit der Sperre keine Kälber gekauft, auch keine, die geimpft waren. „Die anderen Märkte sind für uns derzeit finanziell nicht attraktiv“, führt Braunsteiner aus.

Eine Entwarnung für immer kann es aber nicht geben: „Sobald ein Fall in einem gewissen Umkreis vorkommt, tritt die Sperrzone wieder in Kraft.“ Durch den kalten Winter hofft Hieger aber, dass die Stechmücke, die für die Übertragung verantwortlich ist, nicht so häufig vorkommt. Gefeit vor Krankheiten sind die Tiere aber nicht. „Lumpy Skin Disease und Schweinepest bereiten uns Sorgen“, erzählt Hieger. Denn obwohl diese Krankheiten in Österreich bis jetzt noch nicht aufgetreten sind, gab es in Polen und der Ukraine sowie in östlichen Nachbarländern einige Fälle.