Erstellt am 31. Mai 2016, 06:04

von Jutta Streimelweger, Maria Prchal und Lisa-Maria Seidl

Borkenkäfer auf Vormarsch. Aufgrund des warmen Sommers im letzten Jahr sind die Bedingungen für die Schädlinge gut.

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Der trockene Sommer des letzten Jahres zeigt in der Forstwirtschaft seine Spätfolgen. Der Borkenkäfer ist auf dem Vormarsch und das Pielachtal gilt als eines der Schwerpunktgebiete.

Derzeit bestehe eine gute Ausgangslage für die Insekten, erklärt Obmann der Bezirksbauernkammer St. Pölten Anton Hieger: „Die Bäume sind geschwächt und dadurch anfälliger. Der Borkenkäfer bohrt sich zwischen Rinde und Holz, um dort dann am Ende von langen Gängen Eier zu legen.“

Ist der Baum einmal befallen dauert es sechs Wochen bis die nächste Generation an Borkenkäfern den Baum verlässt: „Bei guter Witterung sind bis zu drei Generationen möglich und die können hunderte Hektar Wald vernichten.“ Schützen können sich die Förster nur durch ständige Kontrolle: „Und den Befall festzustellen, bevor es zu spät ist, ist nicht leicht.“

Borkenkäfer treibt sein Unwesen im Pielachtal

Dem Käfer zum Opfer gefallen sind zum Beispiel Bäume im Natura 2000 Gebiet bei Ober-Grafendorf.

Gemeinderat Walter Horinek informierte sich nach der Abholzung von rund 21.807 Quadratmetern über die Gründe: „Die Bäume mussten wegen starkem Borkenkäferbefall gerodet werden.“

Aber nicht nur Ober-Grafendorf ist von der Käferplage betroffen: In Frankenfels haben die Käfer im Bereich der Nixhöhle gewütet: „Beim Eingang der Höhle mussten viele Bäume geschlägert werden“, erklärt Bürgermeister Franz Größbacher.

Immer wieder gab es flächenweise Fälle: „Auch bei der Eibeck Alm sind Käfer aufgetreten und bei verschiedenen Landwirten – der Schaden ist schwer einzuschätzen.“

„Ich fürchte den Borkenkäfer nicht. Wirklich gefährlich ist er nur in reinen Monokulturen.“

Auch in Kirchberg habe es vor allem an den trockenen Standorten viele Schäden gegeben: „Und es ist noch nicht alles sichtbar, da der Borkenkäfer bisher geruht hat. Erst wenn es warm wird, beginnt er sich wieder zu vermehren“, so Ortschef Anton Gonaus.

Grundsätzlich gilt, dass beim ersten Anzeichen des Borkenkäfers der Baum gefällt werden muss: „Schlägert man den Baum solange das Holz noch grün ist, hat es auch noch einen Wert und kann verwendet werden.“

Aber nicht überall sind die Bäume gleich stark befallen: In Rabenstein sieht „NatURWALD“-Hüter Josef Scheikl die Lage gelassen: „Ich fürchte den Borkenkäfer nicht. Wirklich gefährlich ist er nur in reinen Monokulturen, bei uns gibt es hauptsächlich Mischwald oder vorwiegend Laubholz.“

Wichtig sei es allerdings, den Feinden des Käfers, zum Beispiel verschiedenen Höhlenbrütern, einen Lebensraum zu bieten.

In Hofstetten-Grünau seien derzeit nur einzelne Bäume betroffen, weiß Bürgermeister Arthur Rasch: „Noch nichts Gravierendes.“ Und in der Loich habe man ebenso noch kein Problem.