Erstellt am 05. November 2015, 05:27

von Mario Kern

"Bühne für die St. Pöltne". Daniela Wandl leitet ab Jänner die künstlerischen Geschicke der Bühne im Hof. Im NÖN-Gespräch erzählt sie über ihre Vision für die Bühne und deren Programmierung.

"Das Miteinander ist mir wichtig" betont Daniela Wandl. "Es gibt Pläne für die Kooperation mit anderen Bühnen in St. Pölten."  |  NOEN, Kern

Die langjährige Höfefest-Organisatorin Daniela Wandl leitet ab Jänner die Bühne im Hof – das erste Bühnen-Programm unter ihrer künstlerischen Leitung startet am 23. Jänner. Die NÖN bat die Neo-Intendantin zum Gespräch.

NÖN: Sie haben im Zuge der Bestellung zur künstlerischen Leiterin 37 Mitbewerber hinter sich gelassen, die Bühne im Hof ist 25 Jahre alt. Wie groß ist der Druck, ab Jänner diese langjährige Institution zu leiten?
Daniela Wandl: Bis zu einem gewissen Grad spüre ich Druck. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad. Die Freude, ein gut funktionierendes Haus zu übernehmen, überwiegt bei weitem. Eine neue künstlerische Leitung bedeutet nämlich ein neues künstlerisches Profil. Auf dem bestehenden Fundament eine Weiterentwicklung zu schaffen ist wirklich eine großartige Herausforderung für mich.

"Die Bühne im Hof ist eine Kleinkunstbühne"

Wird sich die Bühne, was das Programm betrifft, sehr verändern?
Was gut funktioniert, bleibt. Die Bühne im Hof ist eine Kleinkunstbühne. Das Publikum wird manche Programmpunkte und Künstler wieder finden – etwa den Dialog zwischen den Kulturen. Es geht mir aber auch darum, den Begriff Kleinkunst weiterzuentwickeln.

Wie genau?
In jedem Genre –ob Kabarett, Theater, Musik oder Literatur – muss das Gebotene hohe Qualität aufweisen. Es muss im künstlerischen Tun spitzenmäßig oder sehr originell sein. Da knüpfe ich an.

Wird es Highlights aus Ihrem langjährigen Schaffen als Organisatorin des Höfefestes zu sehen geben?
Ja, manche Höfefest-Elemente wird man zwischendurch wiedererkennen. Es geht mir aber langfristig darum, die Bandbreite der Kleinkunst zu zeigen. Da wird es durchaus das eine oder andere geben, das man in St. Pölten bisher noch nicht zu sehen bekommen hat. Ansätze wird es bereits zwischen Jänner und April 2016 geben.

„Augen zu und reingehüpft“

Sie haben von Juni bis Ende September Ihr erstes Programm vorbereitet. Das klingt nach einem arbeitsreichen Sommer.
In der Tat, das war ein Kaltstart nach dem Motto „Augen zu und reingehüpft“. Die Herausforderung dabei war, sehr schnell produktiv zu werden. Zusätzlich musste ich aber das Ganze, die künftige Entwicklung, auch mit im Auge behalten.

Ihr Vertrag als Intendantin der Bühne im Hof läuft bis Juni 2019 – was ist Ihre Vision für die Bühne in den nächsten Jahren?
Mir geht es nicht um Veränderung um jeden Preis, sondern um Weiterentwicklung, um Offenheit gegenüber allen Ideen. Und das Wichtigste ist: Die Bühne wird eine Bühne für die St. Pöltner sein.

Bedeutet Ihre Arbeit für die Bühne nicht letztendlich das Aus für das Höfefest?
Mein Fokus liegt nun klar auf einem Hof, nämlich der Bühne im Hof. Aber mal sehen, was die Zeit bringt. Es ist durchaus möglich, dass es das Höfefest künftig wieder geben wird.