Erstellt am 12. Januar 2016, 05:48

von Birgit Kindler und Nadja Straubinger

"Das ist eine kleine Katastrophe für uns". Bezirk ist aufgrund der Tierseuche Sperrgebiet. Bauern haben Einbußen. Für Menschen besteht keine Gefahr.

 |  NOEN, Symbolbild

Die Blauzungenkrankheit ist zurück in Österreich. Ende des Jahres tauchten einzelne Fälle im Burgenland und in der Steiermark auf. Das hat auch gravierende Auswirkungen auf die Landwirte in der Region: Denn auch der Bezirk St. Pölten ist von der 200-Kilometer-Sperrverordnung betroffen. „Zwar ist uns im Bezirk St. Pölten kein Fall dieser Viruserkrankung bekannt, aber der gesamte Bezirk fällt dennoch in das Sperrgebiet“, erklärt Peter Pusker, Amtstierarzt in St. Pölten. Damit dürfen Rinder, Schafe und Ziegen nur unter bestimmten Voraussetzungen den Bezirk St. Pölten verlassen. Zwei Jahre soll diese Zone nach dem jetzigen Stand aufrecht bleiben.

„Zwar ist uns im Bezirk St. Pölten kein Fall dieser Viruserkrankung bekannt, aber der gesamte Bezirk fällt dennoch in das Sperrgebiet.“ Peter Pusker, Amtstierarzt

Der Handel wird damit ein schwieriges Unterfangen für die Züchter. Das bestätigt Bezirksbauernkammer-Obmann Anton Hieger. Die Rinder müsse man entweder impfen lassen oder mittels zwei Blutuntersuchungen beweisen, dass die Rinder nicht infiziert seien. Das sei allerdings mit Aufwand und Kosten für die Bauern verbunden.

„Für uns ist das eine kleine Katastrophe“, wird Karl Braunsteiner, Obmann des Rinderzuchtverbandes Pielachtal, deutlicher. Es gebe zwar Unterstützung vom Land und dem Rinderzuchtverband bei den Kosten für den Impfstoff und die Blutuntersuchung, aber zu Einbußen komme es trotzdem. „In unserem Gebiet haben wir viel Zuchtvieh, das exportiert wird“, erklärt Braunsteiner. Die heimischen Kalbinnen sein besonders in der Türkei beliebt, aber „die nehmen natürlich keine Tiere aus dem Sperrgebiet“. In Kombination mit dem schlechten Milchpreis sei das für viele Landwirte ein großer Einschnitt.

Wieder Kälbermarkt in St. Pölten

Innerhalb der Sperrzone können die Tiere allerdings unbeschränkt verkauft werden. Deshalb wurde in St. Pölten wieder ein Kälbermarkt eingerichtet – „um den Landwirten den Verkauf der Tiere zu erleichtern“, so Hieger.

Zum Thema

Blauzungenkrankheit (BT):
Viruserkrankung bei Rindern, Schafen, Ziegen, kamelartigen und wild lebenden Wiederkäuern. Die Krankheit trat im November 2008 erstmals in Österreich auf und ist anzeigepflichtig. Im März 2011 galt Österreich wieder als frei von Blauzungenkrankheit. Neuerliches Auftreten der Krankheit mit November 2015.

Übertragung: Stechmücken, etwa bis März sind diese inaktiv

Symptome: schwaches Fieber, Milchrückgang bis hin zu Fehlgeburten und dem Tod.

Gefährdungspotenzial: nicht für den Menschen gefährlich.