Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:03

Die zehn wichtigsten Ereignisse im Jahr 2015. Von der Einführung des Pielachtaler Wochenmarktes über das Fischsterben im Sommer bis hin zum Hechtbiss in der Pielachtaler Seensucht.

Foto des Jahres: Ein 44-jähriger Hofstettener rast mit dem Geländewagen in den Frisörsalon »Schnittpunkt« von Daniela Enne - genau zu dem Zeitpunkt, als sie auf der Polizeiinspektion Anzeige gegen den Mann wegen Stalking erstattet. Von der Exekutive lässt er sich widerstandslos festnehmen und gesteht die Tat. Enne bekommt für die Weiterführung des Geschäfts ein Ausweichlokal zur Verfügung gestellt. Die St. Pöltner Staatsanwaltschaft ermittel wegen versuchten Mordes, gefährlicher Drohung und schwerer Sachbeschädigung: Jetzt ermittelt die St. Pöltner Staatsanwaltschaft.  |  NOEN, FF Hofstetten-Grünau

St. Margarethener überlebt Hubschrauber Absturz

Ein Helikopter mit zwei Insassen stürzt im Juni auf ein Anwesen im Kastener Ortsteil Mittelfeld. An Bord sind zwei Insassen. Der Pilot Michael Speiser aus St. Margarethen erleidet bei dem Absturz auf ein Haus schwere Verletzungen und wird mit dem Notarzthubschrauber ins Wiener AKH geflogen. Der Tischlermeister und Familienvater aus Wilhersdorf, der am Tag des Absturzes noch die Erstkommunion seines Sohnes gefeiert hat, besitzt eine Pilotenlizenz und bietet seinen Kunden als Dankeschön Gratis-Helikopter-Flüge an.

Sein Fluggast, ein 37-Jähriger aus Zwentendorf im Bezirk Tulln, hat mehr Glück und ist nach dem Unfall ansprechbar. Er wird ins Universitätsklinikum St. Pölten eingeliefert. Auch das Haus von Michael Lugbauer, auf das der Leicht-Hubschrauber gekracht ist, wird in Mitleidenschaft gezogen und Teile des Daches werden zerstört. Dank einer soliden Betondecke bleibt es aber zum Großteil bewohnbar. Von dem kleinen Helikopter bleibt jedoch nur ein Häufen Schrott zurück. Dass ein technischer Defekt an dem Fluggerät, das einer Kilber Firma gehört, den Unfall verursacht haben könnte, schließt die Firma aus.
 

Ortschef fängt bissigen Hecht in der Pielachtaler Seensucht

Ein siebenjähriger Schüler aus St. Pölten wird im Juni beim Fest des Familienbundes in Hofstetten-Grünau beim Plantschen im kühlen Nass von einem Raubfisch angefallen und verletzt. Er erleidet tiefe Wunden, die von der Wasserrettung und anwesenden Sanitätern erstversorgt und später im Universitätsklinikum St. Pölten operiert werden müssen.

Keime aus dem Wasser haben die Verletzung infiziert. Bürgermeister Arthur Rasch reagiert prompt und bläst zur Jagd auf den schwimmenden Übeltäter. Dabei legt er auch gleich selbst mit Hand an. Gesagt getan: Noch am selben Wochenende werden zwei Hechte von rund 97 Zentimetern Größe aus dem See gefischt, weitere folgen. Damit ist die Gefahr für Badegäste in der Pielachtaler Seensucht weitgehend gebannt.
 

Hitzewelle tötet zahlreiche Fische in der Pielach

So vorteilhaft das sonnige Wetter im Sommer für das Badevergnügen ist, so gefährlich ist es für tausende Fische in der Pielach und anderen Gewässern, die durch die Hitze ohnehin schon weniger Wasser als normal führen. Landesfischereiverband und Fischereiaufseher zeigen sich besorgt: Die Algen vermehren sich bei starker Sonneneinstrahlung explosionsartig und zehren den im Wasser gebundenen Sauerstoff auf. In der Pielach und Traisen werden erstickte Huchen, Äschen und Regenbogenforellen gefunden.

Aber auch kleinere und seltene Wassertiere wie der Schneider oder die Hundsbarbe sind belastet. Die genaue Anzahl verendeter Fische kann aufgrund der Beschaffenheit der Gewässer nicht festgestellt werden, doch ihre Zahl geht in die tausende. Um eine Notsituation wie diese in Zukunft zu vermeiden und im Ernstfall rasch reagieren und gegensteuern zu können, erstellt der Landesfischereiverband in der Folge einen Pielach-Alarmplan. Unter anderem führen Kraftwerksbetreiber bei niedrigen Wasserständen der Pielach mehr Restwasser zu.
 

Im Pielachtal und in St. Margarethen finden die Gemeinderatswahlen statt

Die Bürgermeisterparteien bleiben in allen Gemeinden weiterhin am Ruder. Es gibt aber dennoch einige Überraschungen. Neu etwa ist Bürgermeister Arthur Rasch. Er ist nach dem überraschenden Rücktritt des langjährigen Bürgermeisters Josef Hösl zum Ortschef gewählt worden und muss 2015 seine erste Wahl als Spitzenkandidat bestreiten.

Er muss ein Mandat abgeben. Die FPÖ in Kirchberg luchst der Gonaus-ÖVP ein Mandat ab, jener hält aber locker die Absolute mit 16 von 23 Mandaten. St. Margarethen, Rabenstein, Loich, Schwarzenbach und Frankenfels bleiben als schwarze Hochburgen stabil.

Besondere Erfolge erzielen die beiden SPÖ-Bürgermeister Peter Kalteis in Weinburg und Rainer Handlfinger in Ober-Grafendorf. Vor fünf Jahren hatte Kalteis vier Mandate verloren, zwei kann sich das Team in der Wahl 2015 wieder zurückholen. Wahlsieger im Pielachtal ist aber Rainer Handlfinger. Die Handlfinger-SPÖ legt vier Mandate zu und holt damit wieder die absolute Mehrheit, die die SPÖ 2010 verloren hatte.
 

Ober-Grafendorf ist Markt-Standort

Eine Bevölkerungsumfrage im Rahmen der Stadtentwicklung zeigte in der einwohnerstärksten Pielachtal-Gemeinde Ober-Grafendorf den Wunsch (82 Prozent) nach einem Markt an. An die 20 Stände bieten seit Mitte Juni jeden Freitag von 15.30 bis 19 Uhr ihre unterschiedlichen Produkte zum Verkauf an. Der Dirndltaler Wochenmarkt ist ein Ort der Kommunikation geworden. Er pausiert bis 22. Jänner 2016.
 

Die Landesausstellung kommt ins Pielachtal

Es ist ein großes Ziel der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal gewesen, die Landesausstellung in die Region zu holen. Als sie dann wirklich an einem Standort nach Frankenfels-Laubenbachmühle kommt, ist die Begeisterung groß. „ÖTSCHER:REICH - Die Alpen und wir“ zieht viele Besucher an und steigert den Bekanntheitsgrad der Region.

Insgesamt 280.648 Besucher kommen zu den drei Hauptstandorten im Pielachtal, in Neubruck und in Annaberg. Zusätzlich gibt es 15 ÖTSCHER:REICH-Stationen, bei denen man die Umgebung kennenlernen kann. Auf den Lorbeeren will sich Standortbürgermeister in Frankenfels Franz Größbacher aber nicht ausruhen, er hat bereits Pläne für die Zukunft.

Große Erfolge für die Künstler aus dem Pielachtal

Ein äußerst erfolgreiches Jahr ist 2015 für Musiker, Magier und Maler aus dem Dirndltal. Die „Schlosskogler“ werden im NÖN-Online-Voting zu den „Niederösterreichern des Monats September“ gewählt. Den eindeutigen Sieg haben die Kirchberger Ernst und Ferdinand Illmaier vor allem ihren treuen Fans zu verdanken, mit denen sie Anfang des Jahres ihren 5.000sten Auftritt beim Jubiläumskonzert auf Hvar feiern.

Ein magisches Jahr ist es für die Hofstettnerin Amélie van Tass. Die Illusionskünstlerin kürt sich mit Partner Thommy Ten zum Weltmeister der Mentalmagie, was zuvor 30 Jahre lang niemand schaffte, weil nie die benötigte Punktezahl erreicht worden war. Es folgt die Aufnahme in die Academy of Magical Arts mit Sitz im Magic Castle in Hollywood. Auf ihrer Welttournee begeistern die beiden nicht nur in Las Vegas, sondern verzaubern zum Jahresausklang auch das Sydney Opera House. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt auch Heinz Trutschnig. Seine Werke werden mit internationalen Preisen geadelt, ebenso folgt eine Ehrung seiner Heimatgemeinde Weinburg.
 

Constantia-Teich wird französisch

Seit März ist der größte Arbeitgeber des Pielachtals in französischer Hand. Die Wendel-Gruppe übernimmt die Anteile des Finanzinvestor One Equity Partners am Mutterkonzern Constantia Flexibles am Mutterkonzern Constantia Flexibles. Kolportierter Verkaufspreis: 1,3 Milliarden Euro sowie Übernahme der Verbindlichkeiten in Höhe von etwa einer Milliarde Euro. Die Franzosen, die nun 73 Prozent halten, sehen sich als „Langzeitinvestor“, der den Pielachtaler Betrieb mit 850 Mitarbeitern weiter stärken will.

360 Millionen von insgesamt 1,7 Milliarden Euro setzt das Unternehmen am Standort in Weinburg um, in den es 2015 15 Millionen Euro für eine neue Extrusionsbeschichtungsanlage investiert.
 

Das Pielachtal rüstet sich gegen zukünftige Hochwasserereignisse

Nach dem großen Hochwasserereignis 2014 starten 2015 einige Maßnahmen für den Schutz gegen die Fluten. In Hofstetten-Grünau wird die Brücke im Rahmen des zweiten Bauabschnittes des Hochwasserschutzes fertiggestellt. 600.000 Euro kostet sie. Die Arbeiten stromabwärts bis zum Gebiet Aigelsbachbrücke in Kammerhof sind noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Jahr soll der Flutschutz fertig werden. Nächstes Projekt wird beim Hochkogelbach umgesetzt.

In Rabenstein ist der Hochwasserschutz in der Planungsphase. Kirchberg beginnt mit den Arbeiten für den Hochwasserschutz. Die alte Wehr wird abgerissen. Die Arbeiten dauern vier Jahre. Die Kosten betragen insgesamt mehr als 10 Millionen Euro.

In Frankenfels wird bei der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres im außerordentlichen Haushalt die Umsetzung des Hochwasserschutzes mit einem Investitionsvolumen von 20.000 Euro beschlossen. Ober-Grafendorf und Weinburg beteiligen sich am Renaturierungsprojekt an der Pielach. Flussbettaufweitungen sind geplant, da sie sich positiv bei Hochwasserereignissen auswirken.


Flüchtlinge im Pielachtal und in St. Margarethen

Die Gemeinden schaffen Platz für Flüchtlinge. Im Rahmen des Projektmarathons richtet die Landjugend Ober-Grafendorf die alte „Post“ für die Einquartierung von Asylwerbern her. In Hofstetten-Grünau finden Flüchtlinge Unterschlupf in der Rot-Kreuz-Dienststelle und auch in Kirchberg findet sich ein Privater, der Platz für die Asylwerber bereitstellt. Die Bürger sammeln Spenden und helfen mit.
 

Zitate des Jahres

„Ich bin froh, dass ich zwei Füße und zwei Hände habe. Ich benutze diese, um für mich Gutes zu tun und auch für andere.“
Stefan Thiel fuhr mit dem Rad für „Licht ins Dunkel“ nach Berlin.

„Ich habe schon viele Auszeichnungen erhalten, aber eine Ehrenbürgerschaft in der eigenen Gemeinde ist sehr schön.“
Hofstetten-Grünaus Alt-Bürgermeister Josef Hösl über seine Ernennung zum Ehrenbürger.

„Da braucht man sich nicht wundern, wenn sich Leute eine Glock kaufen“.
FP-Gemeinderat Erich Königsberger zur Erhöhung der Hundesteuer um 3,50 Euro pro Jahr in Ober-Grafendorf.

„Hallo, seid ihr zu Hause? Ich schwebe gerade mit dem Paragleiter in 2.000 Meter Höhe über eurem Wohnhaus.“
Georg Schoellbauer, gebürtiger Kirchberger, flog mit dem Paragleiter von seinem Wohnort in Graz nach Kirchberg.

„Das ist wirklich eine tolle Geschichte, ich habe es nicht für möglich gehalten.“
Schwarzenbachs Bürgermeister Ernst Kulovits über das stolze Nächtigungsplus in seiner Gemeinde.

 


2015 nahmen wir Abschied von ...

... Vinzenz Höfinger aus St. Pölten. Im Jänner verstirbt Vinzenz „Zenz“ Höfinger im 87. Lebensjahr – er war einer der einflussreichsten St. Pöltner VP-Politiker. Höfinger war VP-Gemeinderat, Landtagsabgeordneter, Präsident der damaligen NÖ-Handelskammer, Wirtschaftslandesrat, VP-Bezirksobmann und außerdem an der Landeshauptstadtwerdung beteiligt.

... Erich Punz aus Kirchberg. Im März verstirbt Erich Punz im 57. Lebensjahr unerwartet. Er war von 2005 bis 2010 Gemeinderat für die SPÖ in Kirchberg, wurde wegen seiner Sachlichkeit und seiner Kompetenz geschätzt. Er war auch als Sanitäter beim Roten Kreuz in Kirchberg tätig.

... von Gerhard Stoiber aus St. Pölten. Der Direktor der NÖ Gebietskrankenkasse verunglückt im Juni bei einem tragischen Unfall kurz vor seinem 55. Geburtstag. Er war für die Versicherungsabteilung, Beitragseinbringung und die Wirtschaftsabteilung zuständig.

... Franz Planer aus Weinburg. Im Juli verstirbt der engagierte „Museumsdirektor“ Franz Planer (80). 22 Jahre lang unterstützte er die Entwicklung und Erweiterung des Dorfmuseums in Weinburg. Von 1975 bis 1980 war er als SPÖ-Gemeinderat in Weinburg tätig.

... Karl Burgstaller aus Ober-Grafendorf. Im Oktober verstirbt Karl Burgstaller im Alter von 90 Jahren. Er war 25 Jahre Postenkommandant in Ober-Grafendorf und 10 Jahre Leiter der Kriminalaußenstelle St. Pölten – ein Polizeibeamter mit Leib und Seele.

... Herta Hubmayer aus Kirchberg. Die Unternehmer-Pionierin Herta Hubmayer verstirbt im August im 90. Lebensjahr. Mit ihrem Gatten, Fleischhauermeister Leo Hubmayer, kam sie 1951 nach Kirchberg, wo sie mit ihm die Fleischerei Gampl übernommen und zu einem stattlichen Betrieb mit Schlachthaus vergrößert hat.

... Josef Karner aus St. Pölten. Nach langer schwerer Krankheit verstirbt der Wasserrettungs-Pionier im August im 87. Lebensjahr. Karner war ab 1959 als Rettungsschwimmer tätig und von 1987 bis 2001 Präsident des NÖ Landesverbands der Wasserrettung.

... Johann Grassmann aus Kirchberg.  Im Dezember verstirbt Johann Grassmann, Träger des Bronzenen Ehrenzeichens der Marktgemeinde Kirchberg, im 71. Lebensjahr. Grassmann war fünf Jahre im Gemeinderat und fast 37 Jahre lang aktives Mitglied bei der Rot-Kreuz-Ortsstelle Kirchberg.

... Josef Eichinger aus St. Pölten. Nach schwerer Krankheit stirbt Josef Eichinger im Dezember im 88. Lebensjahr. Eichinger war von 1978 bis 2014 Herausgeber der NÖN und von 1983 bis 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrates des NÖ Pressehauses. Von 1978 bis 2014 war er Obmann des Pressvereins der Diözese St. Pölten. Bis zuletzt leitete er die St. Pöltner Kirchenzeitung „Kirche bunt“.