Erstellt am 10. November 2015, 05:02

von Gila Wohlmann

Ein Platz für Flüchtlinge in Rabenstein. Kardinal-König-Haus wird in Zukunft drei syrischen Familien vorübergehend Unterkunft bieten, so wie einst der Erzbischof vietnamesischen Boat-People Unterkunft gab.

Zum Koordinationstreffen fanden sich Robert Treitl, Anneliese Steindl, Gabriel Bichler, Annemarie Fenzl, Gottfried Auer, Leonhard Obex, Kurt Wittmann, Roman Daxböck und Gabriele Lisak (von links) ein.  |  NOEN, Lorenz Scharfmüller

„Wir haben bereits bei der Kosovo-Krise vielen Flüchtlingen geholfen und auch zuvor haben wir bei uns im ,Dorf der Raben‘ Menschen in Not Heimat gegeben, welche heute vollständig in unsere Dorfgemeinschaft integriert sind und als Gewerbetreibende unsere örtliche Infrastruktur aufwerten“, sind Ortschef Kurt Wittmann und Gottfried Auer überzeugt, dass die weitere Aufnahme von Flüchtlingen im Ort bewältigbar ist.

Drei Familien finden eine neue Heimat

Der Kardinal König-Verein, dem Auer als Obmann vorsteht, wird drei Familien beziehungsweise Frauen mit Kindern im derzeit leer stehenden Kardinal-König-Haus ein Obdach bieten. In Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der Gemeinde werden 12 bis 14 Personen aus dem Kriegsgebiet in Syrien vorübergehend hier leben. Derzeit werden Adaptierungsarbeiten im ersten Stock des an den Kirchenplatz angrenzenden Gebäude von der Gemeinde vorgenommen.

Besondere Verbindung zu Syrien

„Gerade zu Syrien hatte Kardinal König eine besondere Beziehung, durfte er doch 1978 in der Omajadenmoschee predigen. Und eine vietnamesische Familie hatte er bei sich im erzbischöflichen Palais in Wien aufgenommen“, sagt die Leiterin des Kardinal-König-Archivs, Annemarie Fenzl. „Wir können davon ausgehen, dass er sich in dieser Situation auf die Seite der Schwächeren gestellt hätte“, meint dazu Josef Seidl, der als „Stimme des Volkes“ seine Meinung und Ideen zur Flüchtlingsunterbringung in Rabenstein eingebracht hat. Derzeit leben im Ort 31 männliche Flüchtlinge, die von Adnan und Nuran Gargary beherbergt werden.