Erstellt am 08. März 2016, 07:12

von Nadja Straubinger

Erster Übergang für Blinde an Bahnstrecke. Gemeinderat hat Errichtung eines Blindenüberganges und die Schließung einer Eisenbahnkreuzung einstimmig beschlossen.

Im Rahmen der Sanierungsarbeiten entlang der Mariazellerbahn wird der erste Blindenübergang in der Ostregion errichtet.  |  NOEN, NÖVOG / Bichler

"In keiner Verordnung steht, dass man einen Übergang für Blinde machen muss", sagte Bürgermeister Arthur Rasch in der letzten Gemeinderatssitzung. Dem Orts-Chef ist das allerdings ein großes Anliegen, daher brachte er über einen Dringlichkeitsantrag sein Anliegen auf die Tagesordnung: „Ein blinder Gemeindebürger hat mich auf das Problem angesprochen, weil er den Bahnübergang in der Konvalinastraße nicht sicher queren kann“, so Rasch.

Der geplante Blindenübergang wird in dieser Form der erste in der gesamten Ostregion sein, bestätigt NÖVOG-Pressesprecherin Annegret Zwickl. Dabei soll das Rotlicht durch ein akustisches, taktiles Signal ergänzt werden. „So können blinde Menschen auf Knopfdruck abfragen, ob sich in Kürze ein Zug nähern wird“, erklärt Zwickl. Eine Gewebeplatte im Boden soll zum Schalter führen.

„Das Ganze soll rund 15.000 Euro kosten, die Hälfte wird die Gemeinde übernehmen“, informierte Rasch in der Gemeinderatssitzung. Die NÖVOG ist derzeit mit der Planung der Anlage beschäftigt, die Umsetzung wird während der geplanten Streckensperre von 30. März bis 12. Mai erfolgen.

Eisenbahnkreuzung wird geschlossen

Auch die Schließung einer Eisenbahnkreuzung war Thema bei der Gemeinderatssitzung, und zwar die Möglichkeit, den Bahnübergang bei Kilometer 21,998 aufzulassen. Der Hauptweg soll dann beim bestehenden Übergang bei Bahnkilometer 21,700 erfolgen. Dazu werden ein Verbindungsweg und eine Lichtzeichenanlage errichtet. Die geschätzten Kosten belaufen sich laut Rasch auf 70.000 Euro. Von der NÖVOG heißt es indes: „Für die Umsetzung der Baumaßnahmen bedarf es noch einer engen Abstimmung mit der Gemeinde.“ Zunächst müsse die Finanzierung des etwa 250 Meter langen Wirtschaftsweges und der neu zu errichtenden Lichtzeichenanlage geklärt werden.

Der Bau der Schrankenanlage in Kammerhof ist hingegen bereits fixiert. „Wir errichten die Anlage gemeinsam mit dem Land Niederösterreich“, heißt es von NÖVOG-Seite. Aufgrund neuer Gesetzesregelungen sei es nötig, neben der Sicherungsanlage auch einen Fußweg zu errichten. Insgesamt werden dort 200.000 Euro investiert, aufgeteilt auf die NÖVOG und das Land.

Alle drei Anträge wurden vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet.