Erstellt am 24. Mai 2016, 05:54

von Mario Kern

Fäkalkeime im Wasser. Erster Verdacht bestätigt: Keim gelangte wegen mangelhafter Sanierung in Hochbehälter.

Nach der Sanierung des Hochwasserbehälters hat die Gemeinde eine Sonderprobe bestellt. Das Ergebnis: Fäkalkeime im Wasser.  |  NOEN, Schmidl

Die Ursache für die Fäkalkeime im Trinkwasser von Hofstetten-Grünau scheint geklärt: Den ersten Verdacht der Gemeinde, dass durch einen Baumangel Oberflächenwasser in den Hochbehälter des Wasserverbands Pielach- und Sierningtal in Grünau eingetreten ist, hat ein Gerichtssachverständiger am Samstag bestätigt. Darüber informiert Bürgermeister Arthur Rasch: „Dieser Baumangel geht auf eine Sanierung des Behälters vor einigen Wochen zurück.“

„Noch ist nicht klar, ob diese Lösung außergerichtlich gefunden werden kann oder ob sie vor Gericht geklärt wird.“ Arthur Rasch

Er werde am Wochenanfang mit den beteiligten Firmen das Gespräch wegen der Haftungsfrage und einer Lösung des Problemes suchen, betont Rasch im NÖN-Gespräch. „Noch ist nicht klar, ob diese Lösung außergerichtlich gefunden oder ob sie vor Gericht geklärt wird.“

Am Mittwoch der Vorwoche war rasch ein Prüfinstitut in Krems verständigt worden. Eine kürzlich entnommene außerplanmäßige Probe hatte ergeben, dass das Trinkwasser in Hofstetten-Grünau verschmutzt ist. Das gilt auch für Bischofstetten und Kilb, da diese beiden Gemeinden ihr Trinkwasser aus Hofstetten-Grünau beziehen. „Der Wert war nicht enorm hoch, aber für den Trinkwasser-Konsum bedenklich.“ Der Bürgermeister ließ sofort über ein Auto mit Lautsprecher die Bevölkerung warnen –  seither sollten die Betroffenen nur vorher abgekochtes Wasser konsumieren.

Sonderprobe als "Glück im Unglück"

Bei der letzten regulären Probenentnahme seien die Werte noch völlig in Ordnung gewesen, betont Rasch. Die außerplanmäßige Probe sei Anfang Mai aufgrund der Sanierung des Hochbehälters in Grünau entnommen worden. „Deswegen haben wir eine Sonderprobe beantragt, um sicherzugehen, dass alles seine Ordnung hat. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn wir das nicht getan hätten. Die nächste reguläre Probenentnahme wäre nämlich erst wieder im Juni fällig gewesen.“

Einen Tag nach der Keim-Alarmierung wurden erneut Proben nach Krems geschickt, am gleichen Tag wurde mit der Desinfektion des Wasserleitungsnetzes begonnen. Nachdem die Quelle nun ausfindig gemacht werden konnte, wird die Leitung jetzt komplett durchgespült und gereinigt.

Eine Entwarnung könne es aber frühestens zum Wochenende geben, so Rasch. „Wir arbeiten natürlich rasch an einer Lösung, möchten das aber ordentlich erledigt haben“, betont der Ortschef.

INFO

Das Trinkwasser wird in Hofstetten-Grünau aus dem Pielachbegleitstrom und dem Grundwasser gewonnen. Zwei Brunnen – der Gemeindebrunnen auf Höhe des BGZ sowie der Verbandsbrunnen bei der Stockschützenanlage – fördern das Wasser und pumpen es über einen Hochbehälter in Grünau in die rund 1.000 Haushalte im Ort sowie weitere 1.000 Haushalte in Bischofstetten und Kilb.

Der Wasserverband Pielach- und Sierningtal wurde 1994 gegründet. Bei den Brunnenfeldern gibt es eine Verbotszone, die das Auftragen von Gülle untersagt.