Erstellt am 09. Februar 2016, 04:53

von Gila Wohlmann

Fastenzeit: Enthaltung im Trend. Weniger essen, kein Alkohol oder der Verzicht aufs Auto: Zeit der Enthaltsamkeit bis Ostern hat verschiedene Auslegungsformen.

Edith Sommerauer, Diätologin aus Rabenstein: »Fasten ist förderlich, wenn es richtig gemacht wird.«  |  NOEN, privat/Gemeinde Rabenstein

Mit dem Aschermittwoch ist es wieder so weit: das Ende der Völlerei. Die Fastenzeit beginnt. Doch ist Fasten für die Pielachtaler überhaupt noch zeitgemäß? Die NÖN hat nachgefragt, auch bei Diätologin und Gesunde-Gemeinde-Arbeitskreisleiterin Edith Sommerauer aus Rabenstein. „Ja. Das Fasten wird immer wichtiger, denn die Leute versuchen, wieder körperbewusster zu leben. Wenn man Fasten richtig macht, ist es durchaus förderlich“, erklärt die Ernährungsexpertin.

„Gerade in den bäuerlichen Familien hat das Fasten bis zum Osterfest noch immer Tradition!“ Das bestätigt Bezirksbäuerin Maria Brandl. „Wir essen bewusster, achten beim Einkauf mehr auf die Auswahl der Produkte und machen sogar ein paar Fastentage mehr als manch andere“, schildert sie.

Gesundheitlicher Aspekt ist großer Motivator

„Man genießt diese Zeit – weg von der Völlerei der Weihnachtszeit – und freut sich dann umso mehr auf das Osterfest“, sagt sie. Und was sagen die Geistlichen des Pielachtals zur Fastenzeit? Franz-Xaver Hell, Pfarrer aus St. Margarethen-Rammersdorf, ist der Verzicht auf Alkohol bei einigen seiner „Schäfchen“ aufgefallen. „Einige Männer trinken dann wirklich nichts Alkoholisches in dieser Zeit“, weiß er. Natürlich wird auch weniger gegessen. „Der gesundheitliche Aspekt wiegt bei vielen mehr als der christliche Hintergrund“, meint er.

Dass Fasten nicht nur der Verzicht auf üppige Mahlzeiten ist, betont der Frankenfelser Pfarrer Alois Brunner: „Fasten ist das Freiwerden von Abhängigkeiten. Man sollte den christlichen Grundgedanken ,Beten-Fasten-Almosen geben‘ trotz aller gesundheitlich positiven Aspekte nicht aus dem Auge verlieren.“

Fasten hat für ihn viele Facetten: „Das kann auch der Verzicht auf unnötige Autofahrten sein. Die gewonnene Zeit kann man so anderen schenken.“