Erstellt am 30. März 2016, 04:44

von Jutta Streimelweger

Gesetzesänderung: "Kastrationspflicht ist ein Meilenstein". Künftig müssen auch Bauernhofkatzen kastriert werden. Für Tierheimleiter Davor Stojanovic ein richtiger Schritt.

Kein Aprilscherz: Auch Bauernhof-Katzen müssen kastriert werden  |  NOEN, APA

Mit 1. April treten Änderungen im Tierschutz in Kraft, darunter auch die Kastrationspflicht für Katzen in bäuerlicher Haltung. Bisher waren diese ausgenommen – nicht betroffen sind weiterhin Wohnungs- und Zuchtkatzen. Ziel dieser Maßnahme ist es die Streunerkatzenpopulation nachhaltig und auf humane Weise unter Kontrolle zu bringen, so Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser.

"Frage nach der Natürlichkeit"

Für Bauernbund-Bezirksobmann Anton Hieger stellt sich die Frage nach der Natürlichkeit: „Die Leuten wollen immer einen natürlichen Bauernhof – ich denke, dass eine Kastrationspflicht dazu einen Widerspruch darstellt. Generell verschwinden die Bauernhofkatzen eher und eine Kastrationspflicht würde dazu beitragen“ Hieger gibt auch zu verstehen, dass es sich bei Bauernhofkatzen nicht um Streicheltiere handelt: „Man muss die Tiere einmal einfangen, um sie zu kastrieren. Der Bauer sieht die Katzen vielleicht ein bis zwei Mal am Tag – anfassen lassen sie sich nicht.“

„Wir begrüßen die Kastrationspflicht sehr. Sie war uns seit Jahren ein Anliegen.“ Davor Stojanovic, Tierheimleiter

Tierheimleiter Davor Stojanovic begrüßt die Gesetzesänderung sehr: Die Kastrationspflicht ist ein Meilenstein. Sie war uns seit Jahren ein Anliegen.“ Die Gesetzesänderung wird nicht nur eine Kontrolle der Vermehrung, sondern auch der Gesundheit ermöglichen: „Wir bekommen immer vermehrt Katzenbabys, die ausgesetzt wurden. Eine Geburtenkontrolle ist wichtig.“ Dabei sei vor allem die Zusammenarbeit gefragt: „Das Tierelend zu verringern ist nicht nur ein Tierschutzthema, sondern betrifft auch die Gemeinde und die einzelnen Bürger.“ Seitens des Landes gebe es auch immer wieder Unterstützungen bei Kastrationsaktionen.
 

Ebenfalls Befürworter der Kastrationspflicht ist Bezirksjägermeister Johannes Schiesser: „Katzen sind Beutegreifer für Vögel und junge Säugetiere.“ Außerdem vermehren sich die Vierbeiner rasend schnell: „Daher finde ich eine Eindämmung der Vermehrung durch Kastration begrüßenswert.“

Die Änderung

Die geänderte Tierhaltungsverordnung mit 1. April lautet:

  • 6. Punkt 2 Abs. 10 der Anlage 1: „Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie gehalten, so sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern diese Tiere nicht zur Zucht verwendet werden.“

  • Kastration: Katzen können ab dem 4. Lebensmonat vom Tierarzt kastriert werden. Ab einem Alter von 6 Monaten ist die Kastration notwendig. Die Kosten für die Kastration variieren von Tierarzt zu Tierarzt.