Hofstetten-Grünau

Erstellt am 13. Juli 2016, 14:08

Blind sicher über die Bahn. Der erste Bahnübergang für blinde Menschen in der Ostregion wurde in Hofstetten-Grünau installiert. Zusätzlich zum Rotlicht warnt die Anlage durch Tonsignale.

Der neue Bahnübergang für blinde Menschen geht in Hofstetten-Grünau in Betrieb. Mit dabei waren Bürgermeister Arthur Rasch, Dienststellenleiter Anton Hackner, NÖVOG-Geschäftsführer Gerhard Stindl, Andreas Reinprecht, Verkehrslandesrat Karl Wilfing und Laurenz Trunner.  |  NÖVOG/Chaloupek

Jetzt ist es soweit, der neue Bahnübergang in Hofstetten-Grünau, der es insbesondere Menschen mit einer Sehschwäche ermöglichen soll, gefahrlos und unkompliziert die Bahn zu überqueren, wurde installiert.

Die NÖN berichtete bereits in der Woche 10 über das Vorzeigeprojekt an der Mariazellerbahn: Bürgermeister Arthur Rasch hatte im Gemeinderat einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, nachdem ihn ein blinder Gemeindebürger darauf hingewiesen hat, dass er den Bahnübergang in der Konvalinastraße nicht sicher überqueren konnte. Obwohl es dahingehend keine Verordnung gibt, war dem Orts-Chef die Umsetzung des Projekts ein großes Anliegen. Die Gemeindevertretung hatte das Vorhaben und die Übernahme der Hälfte der Kosten einstimmig abgesegnet.

„Die Sicherheit der Menschen hat für uns oberste Priorität"
 

Nun ging die Anlage in Betrieb. Doch diese technische Unterstützung für blinde Menschen an Bahnübergängen, die das visuelle Signal des Rotlichts durch ein akustisches sowie taktiles ergänzt, hat Seltenheitswert: Sie ist die bisher einige solche Einrichtung in der Ostregion. „Die Sicherheit der Menschen hat für uns oberste Priorität, daher haben wir auf den Bedarf eines Blindenübergangs reagiert und diesen so rasch wie möglich realisiert“, informiert Verkehrslandesrat Karl Wilfing. „Blinde Menschen können auf unserer neuen Anlage per Knopfdruck abfragen, ob sich ein Zug dem Bahnübergang nähert. Nach Anmeldung wird das Informationssignal lauter, womit der Person signalisiert wird, dass sie die Kreuzung sicher überqueren kann. Nähert sich ein Zug, so ertönt ein Warnsignal, das – genauso wie das Rotlicht einer Sicherungsanlage – ein Überqueren untersagt“, erklärt NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl die Funktionsweise des neuen Systems.

Der technische Schutz der Eisenbahnkreuzungen wurde in den letzten Jahren vorangetrieben. Dabei setzt man auf Systeme, die vollautomatisch arbeiten. „Wir können uns auf qualitative Anlagen verlassen, die die Verkehrsteilnehmer effektiv schützen“, so Wilfing.