Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:17

von Nadja Straubinger

Innovation im Straßenbau. "Regenwassermanagement im Siedlungsbereich" lockte Interessierte in die Pielachtalhalle und zum Pilotprojekt in der Ober-Grafendorfer Buchengasse.

Anton Rath (Gartengestaltung Rath), Georg Zeleny (Zeleny Infrastrukturplanung), Bernhard Schaft (Universität für Bodenkultur), Ulrike Pitha (Universität für Bodenkultur), Raimund Seidl (Gartengestaltung Seidl), Christian Oberbichler (Dachgrün GmbH), Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger und Andreas Stefenelli (Stauss-Perlite GmbH) bei der Fachtagung „Regenwassermanagement im Siedlungsraum.  |  NOEN, privat

Eine Fachtagung mit hochkarätiger Beteiligung ging in der Pielachtalhalle in Ober-Grafendorf auf Einladung der Zenebio GmbH – gegründet von den Firmen Stauss-Perlite GmbH (St. Pölten), Landschaftsgestaltung Rath (Herzogenburg) und Landschaftsgestaltung Seidl (Wien) – über die Bühne. Die Marktgemeinde mit Bürgermeister Rainer Handlfinger gehört zu den aktivsten im Bezug auf Umweltinnovationen.

Langjährige bodenphysikalische Untersuchungen

In der Buchstraße in Ober-Grafendorf läuft derzeit ein Pilot-Projekt zum Drain Garden System. Auf einer Länge von 240 Metern wurden Abschnitte mit acht verschieden Aufbauten angelegt. „Mitarbeiter der BOKU beproben dort regelmäßig und untersuchen etwa die Speicherfähigkeit des Materials im Straßenbau“, berichtet Handlfinger über langjährige bodenphysikalische Untersuchungen.

Das neue Regenwassermanagement bringt einige Vorteile. So muss die Straße nicht über die gesamte Breite versiegelt werden, Regen- und Oberflächenwasser belasten das Kanalsystem nicht und das Wasser wird vor Ort erhalten. „Das neue System ist sehr pflegeleicht, weil spezielle Substrate auch das Keimen von Flugsamen im Zaum halten“, so Handfinger. Andreas Stefenelli von Stauss-Perlite fügt hinzu: „Das lokale Wohnklima wird verbessert und das kommunale Budget entlastet“.

Auch ein Abstecher zu einem bereits fertiggestellten Drain Garden Projekt in der Schulstraße in Herzogenburg wurde vom interessierten Publikum besichtigt. Und Stefenelli informiert: „Jeder, der in das Universitätsklinikum St. Pölten muss, kann sich von der Leistung des Drain Garden Systems überzeugen, wo westlich des Eingangs mit nur geringer Konstruktionshöhe auf unterbauten Bereichen eine stark begrünte Erholungszone geschaffen wurde, die nur minimale Pflege benötigt.“