Erstellt am 26. Februar 2016, 11:50

von APA Red

Integrationszentrum NÖ in St. Pölten eröffnet. Das Integrationszentrum Niederösterreich des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in St. Pölten ist am Freitag offiziell eröffnet worden.

Landesrat Karl Wilfing (ÖVP), BM Sebastian Kurz (ÖVP) und Roland Goiser, stellvertretender Geschäftsführer des ÖIF, am Freitag (26. Februar 2016) anlässlich der Eröffnung des Integrationszentrums NÖ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in St. Pölten. Foto: APA/NLK/Pfeiffer  |  NOEN, NLK/PFEIFFER (APA)
Gleichzeitig wurde der Startschuss für Sprach- und Wertekurse in Niederösterreich gegeben. "Wir müssen Flüchtlinge, die dableiben, bestmöglich integrieren", betonte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) bei einer Pressekonferenz.

Wertevermittlung für Kurz als zentraler Punkt

Im neuen Zentrum mit vier Mitarbeitern werden Flüchtlinge, aber auch Vertreter von Schulen und Gemeinden beraten, sagte Roland Goiser, stellvertretender Geschäftsführer des ÖIF. In der Pilotphase seit Herbst 2015 wurden 600 Informationsgespräche durchgeführt, künftig ist auch mobile Beratung geplant.

Neben der Beratung für Flüchtlinge und Zuwanderer wickelt der ÖIF vom Integrationsministerium finanzierte Deutschkursförderung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte ab und unterstützt Integrationsprojekte.

Wertevermittlung sei bei der Integration ein zentraler Punkt, "weil die Masse der Flüchtlinge aus anderen Kulturkreisen kommt", sagte Kurz. Problemfälle werde man trotzdem nicht vermeiden können, räumte der Minister ein.

Mitte Februar fanden in Litschau (Bezirk Gmünd) und Markt Piesting (Bezirk Wiener Neustadt) die ersten Pilotkurse statt. In Gruppen von rund 15 Personen werden in den kostenlosen Kursen Werte wie die Gleichstellung von Mann und Frau, Religionsfreiheit oder Grundregeln des Zusammenlebens vermittelt.

"Braucht Verpflichtung zu Integrationsmaßnahmen"

Für anerkannte Flüchtlinge "braucht es eine Verpflichtung zu Integrationsmaßnahmen, sonst droht zu Recht die Kürzung von Sozialleistungen", sagte Kurz. In Niederösterreich und Vorarlberg wurde diese Verpflichtung bereits beschlossen.

"Wir müssen alles tun, um den Zustrom nach Österreich zu reduzieren", sagte Kurz und verwies auf die beschlossene Obergrenze. Nach 90.000 Asylanträgen im Vorjahr sollen heuer nur noch 37.500 Asylwerber aufgenommen werden. Österreich habe nach Schweden die zweithöchste Anzahl von Flüchtlingen pro Kopf, sagte der Minister: "Jeder, der behauptet, Österreich sei nicht solidarisch, der irrt."

Neben dem ÖIF sind das Integrationsservice der NÖ Landesakademie, Caritas und Diakonie wichtige Partner des Landes bei Integrationsangeboten, sagte der NÖ Landesrat Karl Wilfing (ÖVP). Dazu kommen zahlreiche Initiativen von Ehrenamtlichen.