Erstellt am 09. März 2016, 05:29

von Gila Wohlmann

Ist der Hundekot schuld am Kälbertod?. Behälter mit Sackerln zur Kotentsorgung werden aufgestellt. Landwirte weisen auf Gefahren für Kühe durch Hundeexkremente hin.

Tierarzt Wolfgang Schießl, im Bild mit „Beppo“, appelliert an die Hundehalter, den Kot ihrer Vierbeiner wegzuräumen.  |  NOEN, zVg

Für ihre Hunde sind klarerweise immer die Hundehalter verantwortlich: Wer einen Vierbeiner hat, ist verpflichtet, auch dafür sorgen, dass dessen Exkremente nicht zur „Tretmine“ für Fußgänger werden. „Doch zumeist fehlt es den Tierhaltern an Verantwortungsbewusstsein, den Kot auch wegzuräumen“, bedauert Bürgermeister Kurt Wittmann.

„Sackerl fürs Gackerl“ 

Aus diesem Grunde hat nun die Gemeinde Rabenstein nach einem Gemeindevorstandsbeschluss fünf Hundetoiletten angekauft, die im Gemeindegebiet verteilt, so auch beim Gehweg im Bereich der Nepomukbrücke, aufgestellt werden. Die Hundehalter sollen so animiert werden, mit dem „Sackerl fürs Gackerl“ für ein sauberes Rabenstein zu sorgen.

„Die Hundetoiletten kosten pro Stück 300 Euro. Schade, dass die Nachlässigkeit der Hundehalter wieder auf Kosten aller Steuerzahler ausgetragen werden muss“, bedauert dazu der Bürgermeister.

Landwirte klagen über verschmutze Wiesen

Doch nicht nur das gepflegte Ortsbild steht hierbei im Fokus, auch Landwirte beklagen die verschmutzen Wiesen. Landwirt Karl Braunsteiner berichtet auf NÖN-Anfrage, „dass es durch die durch Hundekot verschmutzen Wiesen, wenn diese Exkremente in das Grünfutter gelangen, zum Verwerfen bei Kühen kommen kann.“

Dass es dadurch Fehlgeburten bei Kühen gibt, bestätigt auch Tierarzt Wolfgang Schießl. Die Ursache: die Neosporose, eine Infektionskrankheit. Einzeller, so genannte „Neospora canium“, sind der Grund. Aber er betont: „Nicht jeder Hund ist mit ,Neospora canium‘ infiziert.“ Und: „Nur Rinder können sich mit den vom Hund ausgeschiedenen Oozyten infizieren!“