Erstellt am 16. Februar 2016, 05:04

von Wolfgang Wallner

Fortschritt durch Rückzug.

Auf den eigenen Körper zu hören und auch mal unpopuläres Entscheidungen zu treffen gehört einfach zum Spitzensport. Dass Beate Schrott ihre weiteren Hallenstarts abbläst, um im Sommer voll angreifen zu können, zeugt von Größe. Und von der Erkenntnis, dass man für große Ziele auch mal Risiko nehmen muss.

Denn ganz ohne ist‘s nicht, auf drei Monate Wettkampfpraxis zu verzichten. Auch, wenn die St. Pöltnerin ihr Ticket für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro bereits in der Tasche hat. Schrott muss sich auf ihre Routine verlassen - und auf ihr Betreuerteam, das bei der Entscheidung wohl ein Wörtchen mitgeredet hat. Wieder einmal hat die Hürdensprinterin Konsequenz gezeigt. Lieber im Sommer in Topform sein als in der Halle einem wohl unrealistischen Ziel hinterherzulaufen. Denn das Limit für die Hallen-WM hätte die 27-Jährige voraussichtlich nicht erbringen können. Gut drei Zehntel fehlten ihr in Karlsruhe auf die Norm. Weitere Wettkämpfe im Niemandsland hätten wohl nur Nährboden für Selbstzweifel geliefert. Etwas, das Spitzensportler so nötig haben wie einen Kropf.

Gedanken wie diese werden Schrott durch den Kopf gegangen sein. Die St. Pöltnerin zieht ihren Weg durch. Und nimmt in Kauf, dass Fortschritte einen Rückzug notwendig machen.