Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:18

von Wolfgang Wallner

Sprung über eigenen Schatten. Wolfgang Wallner über St. Pöltens Pläne mit Krems.

Allzuviele Rivalitäten pflegen die SKN-Fans ja nicht. Jene mit Krems macht eine Ausnahme. Sogar eigene "Schmähgesänge" gibt's für den KSC. Dass nun Frenkie Schinkels näher zusammenrücken will mit dem Rivalen birgt einige Brisanz, ist aber letztlich ein logischer Schritt.

Aus Sicht der St. Pöltner ist es absolut legitim, die Basis der Sponsoren zu verbreitern. Genau genommen ist das genau der Job der Funktionäre. Wenn man nun in Krems fündig wird: Warum nicht! Und von einem starken KSC kann St. Pölten letztlich auch nur profitieren.

Auf dem Weg nach oben muss man eben Kompromisse eingehen. Und auch mal über den eigenen Schatten springen, wenn der SKN davon profitiert! Einem fußballinteressierten Geschäftsmann wie Othmar Seidl ein Engagement in der Landeshauptstadt schmackhaft zu machen eröffnet neue Optionen. Und macht‘s möglich, manch alte Ressentiments abzubauen. Die fußballverrückte Region um Krems wäre für St. Pölten durchaus ein interessanter Markt – vor allem, wenn es mit dem Aufstieg klappt. Dann wird‘s entscheidend sein, die NV-Arena regelmäßig zu füllen.

Der Blick über den eigenen Gartenzaun wird St. Pölten gut tun. Auch, wenn sich Schinkels mit seinem „KSC-Deal“ nicht nur Freunde gemacht haben dürfte.