Erstellt am 05. April 2016, 05:31

von Nadja Straubinger

"Lage ist katastrophal". Nach Fall der Quote im Vorjahr sank Preis auf 28 Cent pro Liter. Bauern im Pielachtal bangen um ihre Existenz.

 |  NOEN, gulserinak1955/Shutterstock.com

Ein gutes Jahr ist es mittlerweile her, seit die Milchquote gefallen ist. 1984 wurde sie eingeführt, um eine Überproduktion zu verhindern und den Milchpreis zu stabilisieren.

Bauern bangen um ihre Existenz

Im Pielachtal, wo viele von der Milch leben, bangen die Bauern um ihre Existenz. „Es schaut schlecht aus“, sagt der Obmann der Bezirksbauernkammer Anton Hieger. Viele Faktoren spielen zusammen, wie etwa der Rückgang des Verbrauchs von China. „Der Einkauf ist um 50 Prozent zurückgegangen“, so Hieger.

Hinzu kommen das Russland-Embargo und die gestiegene Milchproduktion. Vor einem Jahr hatte es eine „gewisse Euphorie“ gegeben, weil mit dem Fall der Milchquote auch die Superabgabe – diese musste bezahlt werden, wenn mehr Milch als von der Quote festgelegt produziert wurde – weggefallen ist. Diese sei aber mittlerweile ganz verflogen.

Ähnlich trist wie Hieger sieht auch der Obmann des Rinderzuchtverbandes Pielachtal Karl Braunsteiner die aktuelle Lage: „Der Milchpreis ist zwei Stockwerke unter dem Keller.“ 28 Cent pro Liter bekommen konventionelle Bauern für ihre Milch und das bei steigenden Produktionskosten. Ihm wäre die Aufhebung des Russland-Embargos wichtig. „Den Landwirten geht es mittlerweile an die Existenz. So geht das bei keinem Wirtschaftsbetrieb, es muss auch Geld hereinkommen“, bekräftigt Braunsteiner.

Etwas besser ist die Situation für Bio-Milch. Kirchbergs Bürgermeister und Biobauer Anton Gonaus ist sich aber der ernsthaften Entwicklung bewusst: „Die Lage ist katastrophal.“ Gut 40 Cent bekommen die Bauern für Bio-Milch. „Der Preis ist halbwegs stabil. Aber wir bekommen um etwa 40 Prozent weniger als noch vor 30 Jahren“, so Gonaus. Bei der Bio-Produktion gilt: Der Preis hält, aber die Kosten steigen.