Erstellt am 30. Januar 2018, 05:40

von Lisa Röhrer

Viel Jubel und eine Spur der Enttäuschung im Pielachtal. Starke FP-Performance stimmt Bürgermeister nachdenklich. Top-Bezirkswerte für St. Margarethen und Weinburg.

Jubel nach der Wahl: Herta Thallauer, Ingeborg, Doris und Alois Schmidl sowie Brigitte Thallauer freuten sich über das Ergebnis der VP.  |  NOEN, Richter

Die Wahl in Niederösterreich ist geschlagen. Im Pielachtal gab es viel Jubel aber auch einige missmutige Töne über das Ergebnis der Wahl.

„Ich bin angenehm überrascht, ich habe nicht ganz damit gerechnet. Es ist ein toller Erfolg.“ Anton Gonaus, Bürgermeister Kirchberg (VP)

Die VP-Bürgermeister zeigen sich euphorisch über das gute Wahlergebnis von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Mit diesem Erfolg hatten viele nicht gerechnet. „Knapp 50 Prozent sind gerade bei der Vielfalt der Parteien ein toller Erfolg“, freut sich Bürgermeister Anton Gonaus aus Kirchberg.

„Die Landeshauptfrau hat zurecht Vorschusslorbeeren erhalten. Ich hatte damit nicht gerechnet, aber ich gönne es ihr von Herzen.“ Ernst Kulovits, Bürgermeister Schwarzenbach (VP)

„Fantastisch!“, kommentiert Rabensteins Bürgermeister Kurt Wittmann das Wahlergebnis. Und auch Loichs Bürgermeister Anton Grubner stimmt zu.

„Viele haben die Grünen schon am Boden liegen gesehen, ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“ Walter Horinek, Gemeinderat Ober-Grafendorf (Grüne)

Grund zur Freude hat Bürgermeister Franz Trischler. In St. Margarethen fuhr die VP mit 71,82 Prozent das bezirksweit beste Ergebnis ein. Ebenfalls an der Spitze ist die Marktgemeinde bei der Wahlbeteiligung. 82,7 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. „Irritiert“ zeigt sich Schwarzenbachs Bürgermeister Ernst Kulovits über die Wahlbeteiligung in seiner Gemeinde.

„Ich bin überaus glücklich über das Ergebnis in Ober-Grafendorf.“ Rainer Handlfinger, Bürgermeister Ober-Grafendorf (SP)

„Bei uns waren um sechs Prozent weniger bei der Wahl. Das ist bei uns unüblich“, erklärt Kulovits. Nachdenklich stimmt ihn auch das Abschneiden der FP in seiner Gemeinde: 21,93 Prozent schaffte die Partei in Schwarzenbach und so das beste Ergebnis im Bezirk. „Das stimmt mich nicht zuversichtlich. Diese Wähler haben in der Gemeinde keine Ansprechperson“, so Kulovits.

„Der Einsatz im Ort hat sich gelohnt. Die Leute freuen sich, wenn sie den Abgeordneten im Ort helfen.“ Franz Trischler, Bürgermeister St. Margarethen (VP)

Dass Schwarzenbach die FP-Hochburg ist, mache ihn nicht stolz. Ganz anderer Meinung ist FP-Bezirksparteiobmann Erich Königsberger. Bei ihm war die Freude groß, als das er vom Resultat aus der Gemeinde im Oberen Pielachtal erfuhr.

„Mit dem landesweiten Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Es wird honoriert, was für die Gemeinden gemacht wird.“ Arthur Rasch, Bürgermeister Hofstetten-Grünau (VP)

Nachdenklich über den Erfolg der Freiheitlichen in seiner Gemeinde ist Bürgermeister Arthur Rasch aus Hofstetten-Grünau. „Man muss sich anschauen, warum der Erfolg so massiv ist.“ In der Gemeinde legte die FP um 9,28 Prozent zu.

„Irgendwas ist in der Gesellschaft in Veränderung, allerdings nicht zum Positiven. Die Solidarität lässt nach, ich weiß aber kein Gegenrezept.“ Peter Kalteis, Bürgermeister Weinburg (SP)

Auch die SP-Bürgermeister haben im Tal Grund zum Jubeln. Ober-Grafendorf legte 4,48 Prozent zu und in Weinburg erzielte die SP das bezirksweit beste Ergebnis mit 21,93 Prozent. „Das spiegelt wider, wie sehr sich der neue Parteiobmann Michael Kern eingesetzt hat“, so Weinburgs Bürgermeister Peter Kalteis. Er übt aber dennoch Kritik an der Landesführung: „Es ist ein Manko, dass wir es nicht schaffen, einen Spitzenkandidaten über fünf Jahre zu halten.“