Erstellt am 17. August 2016, 05:57

von Gerhard Hackner

Aus für Jugendlokale in Kirchberg. Olivella und Carambar sperren zu. Nach heftigen Protesten und einer Unterstützungsaktion überlegen sich Carambar-Gastronomen verträgliche Alternativen.

Barbara Dier und Andreas Riegler sperren ihre Carambar nach zweieinhalb Jahren zu.  |  NOEN, Hackner

Jugendprotest im Pielachtal: Eine Facebook-Gruppe mit mittlerweile fast 1.200 Mitgliedern möchte die Schließung der beiden heimischen Nachtlokale verhindern. Denn sowohl die Carambar als auch das Olivella sperren zu.

Jugend kämpft um Lokale

Olivella-Pächter Helmut Reidies möchte nach 20 Jahren Selbstständigkeit neue Wege gehen und schließt sein Lokal mit Ende September. Und Barbara Dier und Andreas Riegler organisieren mit der „Bod’Hosn-Party“ am Freitag, 27. August, ihre letzte Veranstaltung in der Carambar. Dann schließen sie ihr kultiges Nachtlokal. Der Grund: häufige Anrainerbeschwerden und eine Unterschriftenaktion wegen nächtlicher Lärmerregung und Sachbeschädigung im Ortszentrum.

„Dass es zu solchen Vorfällen gekommen ist, tut uns wirklich leid. Wir haben daher unsere Verantwortung wahrgenommen“, begründet Andreas Riegler seine „wohldurchdachte Entscheidung“. Diese nährte die Hoffnung auf ruhige Nächte bei Bewohnern im Ortszentrum, löste im Netz allerdings heftige Reaktionen der Kirchberger Jugendszene aus, die um ihre Lokale kämpft.

„Wir haben unsere Verantwortung wahrgenommen und suchen eine Alternative.“

Gastronom Andreas Riegler

Die positiven Reaktionen im Netz stimmen Dier und Riegler nachdenklich: „Diese tolle Unterstützung von Jugendlichen und Junggebliebenen für die Carambar haben wir nicht erwartet – das freut uns sehr.“

Die beiden Junggastronomen wollen daher eine Alternative finden, mit der sich alle Beteiligten anfreunden können. Barbara Dier: „Unser Leben ist die Gastronomie.“ Sie könnten damit Eltern die Sorge um ihre Kinder ersparen, die nächtens in St. Pölten oder den Nachbartälern unterwegs sind.